Entwarnung: Region weit unter der Obergrenze

von Redaktion

Rosenheim bleibt in Neuinfizierten-Debatte gelassen – Notfallpläne liegen bereit

Rosenheim – Die Region Rosenheim geriet erneut in die Schlagzeilen: Nach der Hotspot-Meldung von Ende März mit überproportional vielen Infizierten steht nun die Stadt Rosenheim im Fokus – weil sie offenbar, wie berichtet, die Neuinfizierten-Obergrenze reißen könnte.

Das vermittelten zumindest die offiziellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts, die für den neuen Messwert, die „Sieben-Tage-Inzidenz“, herangezogen werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich dabei auf den Faktor 50 verständigt. Regionen, die innerhalb einer Woche mehr als 50 Neuinfizierte pro 100000 Einwohner aufweisen, müssten dann die Notbremse ziehen. Und eventuell Lockerungsmaßnahmen zurücknehmen.

Das Zahlenspiel ließ deshalb die Stadt Rosenheim schwitzen: Denn insgesamt waren in den vergangenen sieben Tagen 49 Neuinfektionen je 100000 Einwohner aufgetreten – die Obergrenze war damit nah. Doch Stadt und Gesundheitsamt konnten Entwarnung geben: Werden örtliche Hotspots herausgerechnet – was in diesem Fall erlaubt ist – liegt Rosenheim bei 35 Fällen. Ein erneuter Lockdown, örtlich begrenzt auf das Stadtgebiet, rückt damit in weite Ferne. Nichtsdestotrotz: Die Stadt Rosenheim hat einen Notfallplan in der Schublade, sollte die Infi- ziertenzahl wieder steigen. Das versichert Sprecher Thomas Bugl auf Nachfrage. „Dann müssen wir zurückfahren auf die Verschärfung vom 15. April“, erklärt er. Und er betont gleichzeitig: Es handle sich hier um eine rein hypothetische Diskussion. Denn die Stadt geht davon aus, dass die Zahlen weiter zurückgehen.

Die Ursache für die aktuell hohe Infiziertenzahl sieht Bugl in der Häufung in den drei Asylsammelunterkünften, die inzwischen unter Quarantäne stehen. „Wir gehen davon aus, dass wir die Situation in den Unterkünften gut hinbekommen“, gibt er auf diesem Feld Entwarnung.

Denn gleichzeitig stehen in der Stadt alle Zeichen auf Grün: Man will das öffentliche Leben wieder hochfahren. So soll zum 15. Mai der Lokschuppen mit seiner weit über die Region hinaus bekannten Dinosaurier-Ausstellung wieder eröffnen. Bereits zum 12. Mai sind die Öffnungen der städtischen Museen und Galerien anvisiert.

Noch eine Spur entspannter kann Rosenheims Landrat Otto Lederer auf die Obergrenzen-Debatte blicken: Denn nach den aktuellen Zahlen (Stand 7. Mai) liegt der Landkreis Rosenheim bei 28,4 Covid-19-Fällen je 100000 Einwohner.

Wobei auch im Landratsamt ein Notfallplan vorliegt, sollte sich die Infektionslage wieder verschlechtern, wie Lederer auf Anfrage versichert. „Wir verfolgen tagtäglich die Zahlen und würden dann versuchen zu ergründen, welche Maßnahmen Sinn machen würden.“ Allumfassende Beschränkungen erachtet der Landrat als letzten Schritt. Erst einmal würden Maßnahmen für Teilbereiche ins Auge gefasst. Rosi Gantner

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