Högling/Rosenheim – Dorfhelferinnen und Betriebshelfer leisten wichtige und gute Arbeit. Die Ausbildung zur Dorfhelferin, die in den ersten drei Jahren zur Hauswirtschafterin führt und nachfolgend zwei Jahre fundiert und umfassend zur „Staatlich geprüften Dorfhelferin“ dauert, ist langwierig. Ausgestattet mit Kenntnissen in der Kinderpflege, Kranken- und Behindertenbetreuung, Gesprächsführung, Berufs- und Arbeitspädagogik, Unternehmensführung, Familienpsychologie und -soziologie sowie vielen anderen Fächern, leisten sie in der Landwirtschaft, aber auch in privaten Haushalten, wertvolle Dienste.
Im Rahmen der diesjährigen Hauptversammlung sprachen die Vorsitzende Hanni Hell und der Geschäftsführer Stefan Kürschner von der KDBH (Katholische Dorfhelferinnen und Betriebshelfer), Station Rosenheim, sieben frisch ausgebildeten Dorfhelferinnen und einer Wiedereinsteigerin ihren besonderen Dank für die geleistete Arbeit bei unterschiedlichsten Einsätzen aus. Zu den Ehrengästen und Laudatoren zählten MdL Sebastian Friesinger (CSU), der stellvertretende Landrat Josef Huber (CSU), Kreisbäuerinnen, der Leiter der Bäuerlichen Familienberatung Peter Bartlechner sowie Vertreter von Maschinen- und Betriebshilfsringen, Einsatzkräfte und weitere Gäste. Das Treffen, verbunden mit einem Jahresessen, fand im Gasthaus Bartl in Högling statt.
Dorfhelferinnen gehören nach Ansicht des stellvertretenden Landrats Josef Huber nach wie vor zu den wichtigen Menschen im Landkreis, die in Familien kommen und sich mit mancherlei Aufgaben und Problemen befassen müssen. Landtagsabgeordneter Sebastian Friesinger ergänzte, die Dorfhelferinnen beherrschten aufgrund ihrer fundierten und qualifizierten Ausbildung den Umgang mit Sorgen, Problemen und Nöten bei schönen und angenehmen, aber auch herausfordernden Einsätzen. Wichtig sei das Abschalten zu Hause, neue Aufgaben. Abschließend ermutigte er die jungen Damen, ihrem Beruf als Berufung treu zu bleiben.
Anwesende Sprecher aus Maschinen- und Betriebshilferingen bekundeten gegenüber den dienstleistenden Damen ihren Dank für ihre Leistungen und sicherten ihnen die notwendige Unterstützung zu. Die vorbildliche Arbeit spiegele sich dabei durch direkte wie indirekte Freude versorgter Familien wider. Dorfhelferin und Betriebshelfer seien schöne Berufe, wie die KDBH-Vorsitzende Hanni Hell in ihren Ausführungen mit Verweis auf neue und ausgeweitete Förderrichtlinien und das ausschließlich in Bayern vorbildliche Fördersystem betonte.
Geschäftsführer Stefan Kürschner betonte, das Problem sei das erforderliche Personal, um Einsätze ausreichend zu bewältigen. Er bat in diesem Zusammenhang und angesichts nicht mehr ausreichender Haushaltsmittel die Vertreter der Politik, sich für die Dorf- und Betriebshelferinnen einzusetzen. Die KDBH, Station Rosenheim, zählt zu den größten ihrer Art in Bayern. Im Wirtschaftsjahr 2022 absolvierten angeschlossene und selbstständige Dorfhelferinnen 10.700 Stunden und 2024 bereits stolze 15.800 Einsatzstunden. Die Tendenz sei steigend, so Kürschner. Entstandene monetäre Defizite würden durch Spenden und Zuschüsse ausgeglichen.
Der Beruf „Dorfhelferin“ sei überwiegend schön und abwechslungsreich, könne aber auch anstrengend und herausfordernd sein, wie die jungen Damen gegenüber den Heimatzeitungen äußerten. Dankbarkeit von versorgten Familien erfuhren unter anderem Theresa Gschwendtner aus Willing, Lena Nieder aus Ostermünchen, Anna Kraus aus Bruckmühl, Elisa Burat und Elisabeth Untereichmeier, beide aus Schechen, Ida Baumann aus Bad Aibling, Andrea Löw aus Bernau/ Chiemsee und Sophia Reinstadler aus Oberaudorf.
Peter Strim