Mühldorf/Berlin – Eine Delegation aus mehreren bayerischen Landkreisen hat sich am gestrigen Freitag in Berlin mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder getroffen, um den dringend notwendigen Ausbau der Bahnstrecke ABS38 zu besprechen.
Wie das Landratsamt Mühldorf mitteilt, kamen die Vertreter auf Einladung von Bundestagsabgeordnetem Stephan Mayer zusammen. Zur Delegation gehörten Landrat Max Heimerl, Landtagsabgeordneter Sascha Schnürer, Altöttings Landrat Dr. Tobias Windhorst sowie Vertreter der Landkreise Rottal-Inn und Erding.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen zwei zentrale Botschaften: Bundesverkehrsminister Schnieder unterstütze den schnellen Ausbau der ABS 38 ausdrücklich und mit großem Nachdruck. Gleichzeitig müsse nun zeitnah die Finanzierung durch das Bundesfinanzministerium gesichert werden. „Die ABS38 ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte für Bayern und den gesamten Verbindungsraum Richtung Österreich“, betonte Landrat Max Heimerl nach dem Termin.
Einigkeit habe bei allen Gesprächsteilnehmern sowohl über die hohe Dringlichkeit als auch über die enorme wirtschafts- und gesellschaftspolitische Bedeutung des Projekts bestanden.
Besonders hervorgehoben wurde die zentrale Rolle der Strecke für das Bayerische Chemiedreieck – einen der bedeutendsten Industriestandorte Bayerns und Deutschlands.
Dort hängen laut Angaben des Landratsamts unmittelbar rund 20.000 sowie mittelbar etwa 60.000 Arbeitsplätze an leistungsfähiger Infrastruktur. Der jährliche Umsatz des Chemiedreiecks liege bei rund zwölf Milliarden Euro. Gerade für den Güterverkehr sei der Ausbau der ABS38 unverzichtbar. Gleichzeitig leiste eine moderne Schieneninfrastruktur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Verlagerung von Verkehr auf die Schiene.
Die Delegation machte zudem deutlich, dass die Strecke nicht ausschließlich als Ausbauprojekt wahrgenommen werden dürfe. Vielmehr handle es sich aus Sicht der Region um die längst überfällige Ertüchtigung einer historisch gewachsenen Infrastruktur. Die heute noch eingleisige Strecke basiere in Teilen auf Trassenstrukturen aus dem 19. Jahrhundert und müsse dringend modernisiert werden. Vor diesem Hintergrund warben die Vertreter der Region auch für mehr Flexibilität bei der Verwendung des Sondervermögens des Bundes. Derzeit würden Mittel aus dem Sondervermögen ausschließlich für Instandhaltungsmaßnahmen vorgesehen, während die ABS38 formal weiterhin als Ausbauprojekt geführt werde. „Die regionale Wirklichkeit ist jedoch eine andere. Für die Menschen und Unternehmen vor Ort ist die ABS38 nicht nur eine Ausbaustrecke, sondern eine seit Jahren dringend notwendige Modernisierung und Ertüchtigung bestehender Infrastruktur. Wir brauchen jetzt die Investitionszusage aus dem Finanzministerium“, so die gemeinsame Botschaft der Delegation. Die Teilnehmer machten deutlich, dass es einen pragmatischen und flexiblen Ansatz bei der Finanzierung brauche. Ziel müsse sein, die notwendigen Mittel schnellstmöglich bereitzustellen und überall dort, wo bereits Baurecht besteht, unverzüglich mit dem Ausbau zu beginnen.
Die klare Haltung von Bundesverkehrsminister Schnieder bewertete die Delegation sehr positiv.