Petition scheitert im bayerischen Landtag

von Redaktion

Trotz 4.000 Unterschriften kein Kreisel für Griesstätter Kreuzung – Entscheidung „völlig unverständlich“

Rott – Es scheint, als müssten sich die Ampelgegner geschlagen geben: Bei der Kreuzung an der B15 in Rott, Abzweigung Richtung Griesstätt, wird es wohl keinen Kreisverkehr geben. Trotz einer Petition mit rund 4.000 Unterschriften, ins Leben gerufen von den Freien Wählern in Rott. Denn diese ist vor dem Bayerischen Landtag gescheitert.

Entsprechend irritiert reagieren die Freien Wähler Rotts in einer Pressemitteilung. Sie sprechen von einer überraschenden und unverständlichen Entscheidung, die sich auf ein Verkehrsgutachten stütze, das die Gruppierung trotz mehrfacher Nachfrage nicht vorab einsehen durfte.

„Wenn ein Gutachten Grundlage politischer Entscheidungen ist, sollte dieses auch öffentlich nachvollziehbar sein“, so die Freien Wähler. Die Vermutung liege nahe, dass das deutlich gestiegene Verkehrsaufkommen nach Fertigstellung der Westtangente Rosenheim im Variantenvergleich nicht berücksichtigt worden sei. „Auch die angesprochene Problematik einer möglichen Verlagerung des Verkehrs über Katzbach blieb aus Sicht der Petenten weitgehend unbeantwortet.“

Auch Landtagsabgeordneter Sepp Lausch, der in der Sitzung anwesend und stimmberechtigt war, kritisiert das Ergebnis. Fest stehe zwar, dass dringend Handlungsbedarf an der Griesstätter Kreuzung bestehe, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen – allein im Zeitraum 2021 bis 2023 gab es laut Staatlichem Bauamt insgesamt 29 Unfälle.

Die Erhöhung dieser Sicherheit sei schneller mit einer Ampel umzusetzen als mit einem Kreisverkehr, der zwei bis drei Jahre Bauzeit nach sich ziehe. „Mein Vorschlag wäre allerdings, eine provisorische Ampel für die Zeit bis zur Fertigstellung zu installieren“, so Lausch. Denn Tatsache sei, dass für den Verkehrsfluss ein Kreisverkehr „die elegantere Lösung“ sei.

„Dabei geht es auch um den Schwerlastverkehr. Bei einer Ampel muss ein Lastwagen zum Stehen kommen, das bringt Verschleiß mit sich“, so Lausch und verweist auf die Kreisel in Haag, „die super funktionieren“ würden.

Bürgermeister Daniel Wendrock, ebenfalls bei der Sitzung anwesend, zeigt sich auf Anfrage ebenfalls frustriert von dem Ablauf der Sitzung. „Ich bin hingefahren, um meine Argumente für einen Kreisverkehr noch einmal vorzutragen und die Sicht der Gemeinde noch einmal darzustellen“, sagt er.

„Diese Möglichkeit habe ich nicht bekommen.“ Stattdessen sei es viel um den zeitlichen Ablauf des bisherigen Verfahrens gegangen. Aus Sicht der Gemeinde sei immer noch ein Kreisverkehr die bessere Lösung. „Eine Ampel ist aber auf jeden Fall besser als gar nichts“, so Wendrock. Er befürchte aber großen Rückstau in Zukunft, auch mit intelligenter Ampelschaltung.

Sowohl Lausch als auch Wendrock gehen mit dem Ablehnen der Petition aber davon aus, dass der Kreisverkehr damit endgültig vom Tisch ist.

Auch die Information des Staatlichen Bauamts lässt dies vermuten. Laut Pressesprecherin Ursula Lampe stehen die Vorbereitungen für die Installation der Ampelanlage kurz vor dem Abschluss.

„Geplant ist, dass die Bauarbeiten für die Errichtung der Ampelanlage im August starten. Eine Sperrung der Bundesstraße ist für den Bau nicht notwendig, jedoch kann es zeitweise zu Verkehrsbehinderungen kommen“, so die Pressesprecherin.

Sophia Huber

Artikel 7 von 11