Prämie sorgt für E-Auto-Boom in Rosenheim

von Redaktion

Hohe Spritpreise sorgen für einen E-Auto-Boom in Rosenheimer Autohäusern. Viele Käufer rechnen mit der neuen Förderprämie von bis zu 6.000 Euro, die man jedoch noch immer nicht beantragen kann. Zudem ist unklar, wie lange die Fördermittel überhaupt ausreichen werden.

Rosenheim – Seit Januar 2026 ist sie beschlossen, beantragen kann sie bisher aber noch niemand: die neue Prämie für E-Autos. Wer aktuell ein Elektroauto kauft oder least, braucht Geduld. Das Bundesumweltministerium spricht von einer Antragstellung „voraussichtlich“ noch im Mai 2026 – die Plattform werde noch aufgebaut. Beantragt werden kann der Zuschuss ohnehin erst nach der Zulassung – entscheidend ist ein Datum nach dem 1. Januar 2026. Für viele heißt das: abwarten. Oder kaufen und darauf vertrauen, dass die Förderung kommt.

Spritpreise spielen große Rolle bei Kaufentscheidung

Genau dieses Vertrauen beobachtet Emre Bilek, Verkaufsberater bei der Mainzl Group in Rosenheim. „Unsere Kunden sind jetzt schon fleißig dabei“, sagt er über die hohe Nachfrage. Richtig Fahrt aufgenommen habe das Geschäft mit den Vollelektrischen und Hybriden aber erst im März. „Die gestiegenen Spritpreise haben auf jeden Fall mit reingespielt“, ist er sich sicher.

Die Förderung ist gestaffelt und soll vor allem Haushalte mit geringem Einkommen entlasten: 3.000 Euro Basisförderung für reine Elektroautos, dazu bis zu 1.000 Euro Kinderzuschlag und weitere Boni für niedrige Einkommen. Wer weniger als 45.000 Euro im Jahr verdient, kann im besten Fall auf bis zu 6.000 Euro Förderung kommen.

Für Plug-in-Hybride – also Fahrzeuge mit einem Verbrennungs- und einem Elektromotor – fällt die Förderung geringer aus. Emre Bilek begrüßt das Modell: „Ich finde gut, dass nicht jeder gleich viel Prämie bekommt.“ Für viele seiner aktuellen Kunden sei ein E-Auto damit überhaupt erst erreichbar.

Für Neulinge guter Einstieg
in die Elektromobilität

Gerade für Neulinge ist das ein guter Einstieg in die Elektromobilität, erklärt Bilek. Denn dank der Förderung sinken die Leasingraten teilweise auf rund 100 Euro pro Monat. So kann man „für ein paar Jahre testen, wie einem ein Elektroauto passt“, beschreibt Bilek den Antrieb einiger Kunden.

Für andere steht das E-Auto wiederum im größeren Zusammenhang. „Für viele ist ein Elektroauto sehr beliebt, gerade wenn sie eine PV-Anlage haben“, erklärt der Verkaufsberater der Mainzl Group. Vor allem, weil sich das Einspeisen ins Stromnetz finanziell immer weniger lohnt.

Bedeutung der
Ladeinfrastruktur wächst

Doch mit der steigenden Nachfrage wächst auch die Bedeutung der Lade-Infrastruktur. Markus Oelsner, Geschäftsführer von Dettendorfer Energy, sieht die Region entlang der Hauptverkehrsachsen bereits gut aufgestellt: „Für E-Autos ist das Netz dort ausreichend ausgebaut.“ Im ländlichen Raum sieht er noch Potenzial – auch wenn viele Fahrer dort privat laden.

Ein gemischtes Bild zeigt sich bei der Auslastung der öffentlichen Ladesäulen: Einige Standorte, etwa bei Dinzler am Irschenberg, seien stark frequentiert, andere rechnen sich noch nicht. Aber Ziel des Unternehmens sei, „ein Flächennetz auszubauen“, sagt Oelsner.

Ladeinfrastruktur und Reichweite seien auch für seine Kunden noch immer ein wichtiges Thema, sagt Emre Bilek. Auch wenn die Nachfrage bei der Mainzl Group aktuell hoch ist, bleibt ein Unsicherheitsfaktor: Wie lange reichen die drei Milliarden Euro? Das Umweltministerium rechnet mit etwa 800.000 E-Autos, die damit gefördert werden können.

Es wird nur gezahlt,
bis der Topf leer ist

Allein 2025 wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt aber gut 850.000 mit einem Elektroantrieb neu zugelassen. Zwar ist die Prämie bis 2029 geplant, jedoch wird nur so lange gezahlt, „bis der Pott leer ist“, sagt Emre Bilek deutlich.

Wie die Erfahrung von 2023 zeigt, können Förderungen auch abrupt enden. Hier macht Bilek den Interessenten aber Hoffnung: „Ich kann mir gut vorstellen, dass der Hersteller auf Kulanz noch mal was macht“, sagt er.

Rekordhoch bei Zulassung von E-Autos

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