Bayerischer Flair, internationales Feld

von Redaktion

In der Olympiahalle starten heute die Munich Indoors – so hochklassig besetzt wie nie zuvor

VON NICO MARIUS SCHMITZ

München – Heute starten die Munich Indoors in altbewährter Kulisse in der Olympiahalle – jedoch in einer neuen Auflage und mit einer neuen Philosophie: Erstmals seit vielen Jahren findet das Finale der Riders Tour nicht mehr im Rahmen der Munich Indoors statt. Dafür feiert mit dem Bayernchampionat die wichtigste süddeutsche Springsportserie ein Comeback. Das Bayernchampionat diente unter anderem Weltmeisterin Simone Blum als Sprungbrett in die Weltelite. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, weil wir das Turnier zum einen bayerischer gestalten wollen und zum anderen ein internationales Starterfeld ansprechen wollten. Die Riders Tour ist nun mal eine Serie, die in Deutschland stationiert ist und ich bin der Meinung, dass wir uns damit ein Stück weit die internationale Akzeptanz genommen haben“, erklärt Turnierchef Volker Wulff die Entscheidung.

Die Internationalität kehrt mit dem diesjährigen Starterfeld gewiss wieder zurück. Von Australien über Brasilien (drei Reiter in der Dressur) bis zur Niederlande treten zehn verschiedene Nationen an. Ein Niederländer wird dabei besonders im Fokus stehen. Mit Jeroen Dubbeldam reist eine aktive Legende des Reitsports nach München. Dubbeldam konnte sich Einzelgold bei den Olympischen Spielen, der Weltmeisterschaft und der Europameisterschaft sichern – das gelang sonst nur Hans Günter Winkler. Die Munich Indoors sind in diesem Jahr so hochklassig besetzt wie noch nie: „Wir haben drei Mal so viele Reiter aus den besten 250 der Weltrangliste, als im letzten Jahr“, so Wulff. Aus deutscher Sicht sind sicherlich die Shooting Stars Finja Bormann und Sven Schlüsselburg, der aktuelle Sieger im Deutschen Spring-Derby Nisse Lüneburg oder auch der Topreiter Holger Wulschner von Interesse. Mit Ferdinand Csaki, Stefanie Schatz-Weihermüller, Anna Magdalene Scheßl, Franziska Stieglmaier und Franz Trischberger starten gleich fünf Reiter aus Bayern.

Die Munich Indoors warten dieses Jahr mit einem Vier-Sterne-Status auf, die zweithöchste Kategorie im internationalen Reitsport, mit der Perspektive auf einen fünften Stern. Als neuer Hauptsponsor konnte die Deutsche Vermögensberatung gewonnen werden. Das Preisgeld liegt bei 400 000 Euro, der Etat bei rund zwei Millionen. Der Abschluss des Turniers und damit auch eines der großen Highlights, der Große Preis der Deutsche Kreditbank, ist etwa mit 100 000 Euro dotiert. In diesem Wettbewerb wird auch Lisa Müller starten, die nach ihrem sensationellen Erfolg in Stuttgart mit viel Euphorie in die Olympiahalle reisen dürfte. Ihren Edelpfleger Thomas Müller dürfte man wohl auch zu Gesicht bekommen. Es gibt aber auch andere Geschichten, die den Munich Indoors den Glanz verleihen: Das Familien-Duell im Bayernchampionat zwischen Bachl und Konle, die Freiheitsdressur von Jean-Francois Pignon mit seinen 14 Pferden oder auch die Voltigiershow der Brüsewitz-Brüder. 25 internationale sowie sechs nationale Prüfungen, Vier-Sterne Status und ein hochklassiges Starterfeld: Das internationale Dressur- und Springturnier lässt die Pferdeherzen höherschlagen.

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