Im Viertelfinale wartet Djurgarden

von Redaktion

München als einziger DEL-Club in der Champions League weiter – auch ohne Aus den Birken

VON GÜNTER KLEIN

München – Mannheim: blamabel ausgeschieden. Augsburg: dramatisch ausgeschieden. Und der EHC München? Rettete die deutsche Ehre in der Champions Hockey League (CHL), indem er durch ein 6:0 (0:0, 1:0, 5:0) gegen Yunost Minsk nach 3:2 gewonnenem Hinspiel in Weißrussland als einziger DEL-Vertreter das Viertelfinale erreichte. Gegner dort Anfang Dezember: Djurgarden Stockholm – ein großer Name und, obwohl in der schwedischen Elitserien derzeit nur Achter, ein Brett.

Das Spiel gegen Minsk stand unter einem besonderen Vorzeichen: Danny Aus den Birken, Nummer-eins-Torwart des EHC München und seit Sonntag von Trainer Don Jackson zunächst aus „Vorsicht wegen muskulärer Beschwerden“ aus Training und Spielbetrieb genommen, muss sich am Bein operieren lassen und fällt fünf bis sechs Wochen aus. Kevin Reich wird dadurch ausgiebig zum Spielen kommen, was Jackson keine Sorgen bereitet, „weil er hervorragende Statistiken und sich gegen starke Mannschaften in DEL und CHL bewährt hat.“ Daniel Fießinger, 23, normal beim Oberligisten SC Riessersee tätig, rückt von Position drei auf zwei. Erstligaeinsätze hat er noch nicht.

Der EHC wollte angesichts seines knappen Vorsprungs bloß nicht in Rückstand geraten und in eine Nervenschlacht hineingezogen werden. Das Spiel war umkämpft. Und spannend. Eine schwer aufzulösende Szene in der 17. Minute: Gewühl vor dem Yunost-Tor, Goalie Igor Brikun zappelte plötzlich ohne Helm im Netz. War die Scheibe, gestochert von John-Jason Peterka, zuvor über der Linie gewesen? Minutenlanges Videostudium durch die Schiedsrichter. Sie sahen kein Tor, 0:0, weiter. Yunost-Stürmer Denis Tsyganow beschwerte sich bei den Referees, die in der CHL verkabelt sind, noch über Grundsätzliches: „Die Münchner attackieren permanent unseren Torwart.“

In der 35. Minute vergab Trevor Parkes einen Penalty für den EHC, der zuvor eine kritische Phase hatte überstehen müssen, weil Bob Sanguinetti für zwei plus zwei Minuten auf die Strafbank musste. In der 36. Minute fand sich der EHC erneut in Unterzahl wieder – und das war der entscheidende Moment in dieser Partie: Tsyganow ließ sich die Scheibe von EHC-Verteidiger Andy Bodnarchuk abluchsen. Großer Auftritt des Kanadiers, der sich sonst nicht über Offensivaktionen definiert. Er brauste den Minskern in hohem Tempo davon und zockte auch noch Tormann Brikun aus – 1:0 (36,) mit einem Mann weniger, genau die Ansage, die es braucht, wenn man wackelt. Für ultimative Beruhigung sorgte mit Bob Sanguinetti ein weiterer Abwehrspieler, der ein Münchner Powerplay in der 47. Minute zum 2:0 verwertete. Und noch als Zugaben: Chris Bourque, Peterka, Justin Schütz und Luca Zitterbart mit 3:0 bis 6:0 (50. bis 56.).

Minsk war da längst müde gespielt und von Keith Aulie mürbe gecheckt. Der Mann fürs Grobe beim EHC erlebte das Ende des Spiels aber in der Kabine. Nach einem Fight bekam er eine Spieldauerdisziplinarstrafe.

Vor 4120 Zuschauern am Oberwiesenfeld gab es noch den einen oder anderen Raufhändel mit unterm Strich 119 Strafminuten (82 für Minsk). Hätte der EHC nicht gebraucht. Am Freitag ist schon wieder DEL.

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