London – So schnell ändern sich die Zeiten. Hatte José Mourinho noch vor einigen Jahren ein Engagement in Tottenham kategorisch ausgeschlossen, war er plötzlich am Mittwoch mit einem Trikot der Spurs in den Händen auf dem Trainingsgelände zu sehen. Er freue sich, „zu einem Verein mit so großem Erbe und so leidenschaftlichen Fans zu kommen“, so Mourinho, nachdem er wenige Stunden nach der Trennung von Mauricio Pochettino verpflichtet worden war.
Gut elf Monate nach seinem unfreiwilligen Abschied bei Manchester United ist „The Special One“ wieder da. Tottenham ist sein dritter Club in England, zuvor hatte er vor allem beim FC Chelsea erfolgreich gearbeitet. Damals hatte er auch getönt: „Ich würde diesen Job nicht annehmen, weil ich die Chelsea-Fans zu sehr liebe.“ Aber Chelsea war gestern, nun also die Spurs.
Ob Mourinho von den Fans und den Spielern der Nord-Londoner ebenso geliebt wird wie sein Vorgänger, dürfte in erster Linie vom Erfolg abhängen. Zwar ging es unter Pochettino stetig aufwärts, das verlorene Champions-League-Finale gegen Liverpool vor weniger als sechs Monaten ist noch in unschöner Erinnerung. Jetzt soll der einstige Titelsammler Mourinho den Spurs die erste bedeutende Trophäe seit Jahrzehnten beschaffen. dpa