Pochettino und der FC Bayern: Passt das?

von Redaktion

Nach seinem Aus bei Tottenham Hotspur wird der Argentinier heiß gehandelt

VON MANUEL BONKE

München – Gibt’s die große Trainerlösung für den FC Bayern schon im Winter? Am Mittwoch trennte sich Tottenham Hotspur von Mauricio Pochettino.

Für die Bayern ist die Trennung ein absoluter Glücksfall. Denn: Plötzlich findet sich unerwartet neben Thomas Tuchel (PSG) und Erik ten Hag (Ajax Amsterdam) ein weiterer prominenter Name in der Trainerverlosung – und der wäre sofort verfügbar. Intern schloss man es bereits nach der einvernehmlichen Trennung von Niko Kovac nicht aus, noch im Winter eine dauerhafte Trainerlösung zu präsentieren. Das könnte nun Pochettino sein.

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge sagte auf der Jahreshauptversammlung, dass Flick als Cheftrainer bis Weihnachten weitermacht. Fakt ist: Der Name des Argentiniers war bereits in der Vergangenheit schon häufiger Thema, als es um den Trainerposten in München ging.

Vor allem der designierte Sportvorstand Hasan Salihamidzic gilt als großer Pochettino-Fan. Aber passt Pochettino zu den Bayern? Der Argentinier bringt fast alle Voraussetzungen mit. Er weiß aus seiner Zeit bei Tottenham, wie man mit Stars umgeht, ist empathisch und gilt zudem als jemand, der ein Team entwickeln kann.

Die Hotspurs führte Pochettino in seiner ersten Saison auf den fünften Tabellenplatz und qualifizierte sich in den anschließenden Spielzeiten stets für die Champions League.

Der vorläufige Höhepunkt seiner Trainerkarriere war das Erreichen des Königsklassen-Endspiels vergangene Saison, das Tottenham gegen Jürgen Klopps Liverpool verlor. Einziges (aber großes) Manko von Pochettino: Er spricht kein Deutsch. Seine Philosophie auf dem Platz passt nach München. Sie ist vor allem offensiv geprägt. Der Übungsleiter lässt seine Mannschaft meist in einer 4-2-3-1-Grundordnung auflaufen. Allerdings stellt Pochettino während einer Partie gerne das System um.

Dann kann es schon mal vorkommen, dass plötzlich eine Dreierkette auf dem Platz steht, weil der Argentinier seine Außenverteidiger enorm hoch und mit viel Drang nach vorne spielen lässt. Mit einem aggressiven Pressing will er gegnerische Mannschaften zu Ballverlusten zwingen.

Auf dem Papier passt es also zwischen Pochettino und dem Rekordmeister. Aus der englischen Hauptstadt eilt ihm der Ruf voraus, Spieler besser zu machen. Nicht umsonst schwärmte Bayern-Star Joshua Kimmich auf der Länderspielreise: „Er hat es mit Tottenham über Jahre top gemacht. Sie hatten eine Riesenkonstanz in den letzten Jahren, waren immer vorn mit dabei, mit dem Highlight Champions-League-Finale. Er ist ohne Frage ein Top-Trainer.“

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