Die Abneigung bleibt

von Redaktion

Stefan Kraft verspielt wohl erneut in Partenkirchen seine Tournee-Chancen

Garmisch-Partenkirchen – Als auf der Olympiaschanze die Show der Besten anbrach, stand Stefan Kraft wieder einmal im Abseits. Fast sehnsüchtig schaute der kleine Österreicher zu wie sich Ryoyu Kobayashi, Karl Geiger und Überraschungssieger Marius Lindvik gegenseitig überboten. „Bei so einer Entscheidung wäre ich hier auch gerne einmal dabei“, sagte er.

Es sollte nicht sein. Es wird den Mann vom SV Schwarzach nicht getröstet haben, dass er zum Jahreswechsel kränkelte. Was hängen bleibt: So richtig Freundschaft konnte er auch diesmal nicht mir der Partenkirchener Anlage schließen. 129 und 131 Meter reichten zu Platz 13. Das war immerhin besser als in den beiden vergangenen Jahren, als der filigrane Flieger aus dem Pongau mit den Plätzen 31 und 49 jeweils einen satten Totalabsturz erlebte.

Die aktuelle Vierschanzentournee, die Kraft als heißer Mitfavorit angegangen war, hat er schon vor dem Umzug in die Heimat abgeschrieben. „Der Rückstand ist jetzt schon riesengroß“, haderte er. 33,6 Punkte ist Kraft vom Halbzeitführenden Ryoyu Kobayashi entfernt. Nach der Skisprung-Arithmetik mehr als 18,5 Meter, die er in Innsbruck und Bischofshofen gutmachen müsste. Wirklich glauben will er an eine Wende zum Allerbesten mit Blick vor allem auf die bemerkenswert konstanten Vorstellungen der Topathleten dieser 68. Vierschanzentournee freilich nicht mehr: „Da müsste jetzt schon ein Wunder passieren.“

Umso schlimmer für Österreich ist, dass der zweite Tournee–Gastgeber überhaupt einen verheerenden Neujahrstag erlebte. Im Sog der Galionsfigur Kraft hatten die Austria-Adler bislang das erste Saisondrittel beherrscht. Gestern verhinderte einzig Daniel Huber als Tagessechster (136,5/134 Meter) das totale Desaster für Rot-Weiß-Rot. Hinter Huber und Kraft kamen der Weltcup-Vierte Philipp Aschenwald, Routinier Michael Hayböck und Jan Hoerl nur auf die Plätze 25, 28 und 29. Gute Werbung für die anstehenden Weltcups in Österreich sieht definitiv anders aus.

Wobei Kraft ein fairer Verlierer war. „Was die da vorne geboten haben, war beeindruckend“, schwärmte er, „die stehen absolut verdient ganz oben.“  rp

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