Das Glück, weiß Noriaki Kasai, ist nicht nur auf den Schanzen dieser Welt zu Hause. Und so erlebt Japans ewiger Skispringer derzeit einige der schönsten Tage seines Lebens, obwohl seine geliebte Vierschanzentournee ohne ihn stattfindet. Weil der 47-Jährige nach trostlosen Vorstellungen seinen Weltcup-Startplatz verloren hat, durfte er aus Europa in die Heimat zurückkehren – just als dort sein Stammhalter das Licht der Welt erblickte.
„Mein Sohn ist geboren! Ich bin so glücklich“, verkündete „Nori“. Erstmals seit einem Vierteljahrhundert verbrachte er Weihnachten und den Jahreswechsel bei seiner Familie. Statt des Skisprung-Trubels geruhsame Tage mit Ehefrau Reina, dem bald vierjährigen Töchterchen Rino und dem neuesten Mitglied des Kasai-Clans, das Fans sogleich „Legende Junior“ tauften.
Das Fehlen des „Flugsauriers“, der bei der Tournee zuletzt 1994/95 gefehlt hatte, hinterlässt eine Lücke. Vor allem in Garmisch-Partenkirchen wurde der Publikumsliebling schmerzlich vermisst. Am 1. Januar 1990 eröffnete Kasai am Gudiberg erstmals das Sportjahr, gewann dort 1993 und 2001. Ob er noch einmal als Springer hierhin zurückkehrt, steht in den Sternen. „Jetzt, wo mein Sohn auf der Welt ist, will ich wieder hart arbeiten“, sagt Kasai, der schon kurz nach Weihnachten in seiner Heimat wieder auf der Schanze trainierte.