„Wir spielen auf Bewährung“

von Redaktion

Appelle an die Spieler, Sky-Konferenzen für alle – so begegnet DFL der Skepsis

München – „Es ist kein normaler Spielbetrieb. Jeder weiß: Wir spielen auf Bewährung“, sagt Christian Seifert, der Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Speziell nach dem Fall „Salomon Kalou und sein Facebook-Video“ bekam der Fußball von allen Seiten Schelte ab. Für ihn sei das „ein Stich ins Herz gewesen“, sagte der mit einigen Kickern befreundete ehemalige Skirennläufer Felix Neureuther am Mittwochabend in einer Diskussionsrunde im Bayerischen Fernsehen. Er kritisierte: „Die Oma darfst du nicht umarmen, aber deinen Mannschaftskameraden.“ Aus seiner Sicht wurden die Prioritäten falsch gesetzt: „Breitensport ist das Entscheidende. Danach erst sollte der Profisport folgen.“

Der Fußball hat aber das „Go“ bekommen, nun stellt er sich auf, um in den nächsten Wochen keinen Widerstand zu provozieren.

Disziplin

Die Teams für bis zu acht Wochen dauerhaft unter Quarantäne zu stellen, war ein Modell, über das die DFL nachdachte. „Doch es wäre rechtlich nicht machbar gewesen“, so Christian Seifert. Daher dürfen die Spieler immer mal wieder ins normale Leben zurück. „Die Umsetzung unseres Konzepts erfordert viel Disziplin“, sagt der DFL-Chef. Er setzt auf die „Disziplin junger Männer“ – in Kenntnis der von FC-Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß im BR formulierten Folgerung zum Fall Kalou, „dass gegen Dummheit kein Kraut gewachsen ist“. Was die Überwachung der Hygienerichtlinien in den Clubs angeht, erwartet Seifert, „dass das überall zur Chefsache erklärt wird“.

Fan-Ansammlungen

„Ich bitte alle Fans, in der jetzigen Situation den Wiedereinstieg positiv zu begleiten“, so Seifert. Er ist sich nach Gesprächen mit den Szenen sicher, „dass die Fan-Organisationen sich nicht so verhalten werden, wie ihre Kritiker ihnen das pauschal unterstellen“. Dass beim Geisterspiel in Mönchengladbach kurz vor Bundesliga-Abbruch im März viele Fans vors Stadion kamen, relativiert Seifert: „Damals waren Versammlungen mit bis zu 1000 Personen noch zulässig – und es waren weniger.“

Fernsehen

Sky, wichtigster TV-Partner, macht die Konferenzen an den ersten beiden Samstagen (und in der 2. Liga den Sonntagen) über Sky Sport News frei zugänglich – das verhindert Wohnzimmerversammlungen. GÜNTER KLEIN

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