Wüsten-Abenteuer mit Fans

von Redaktion

Club-WM in Doha für Bayern willkommene Abwechslung – mit Corona-Sorge

München – Bloß weg vom Schmuddelwetter und ab in die Sonne: Unmittelbar nach der Partie am Freitagabend in Berlin hebt der FC Bayern direkt Richtung Katar ab. Das Ziel beim Trip ins Emirat: als erstes Team seit Barcelona 2009 den sechsten Titel der Fabelsaison 2019/20 holen.

Für die Spieler des Rekordmeisters handelt es sich dabei um eine willkommene Abwechslung zum grauen Ligaalltag, derweil ist jedoch noch nicht final geklärt, ob sämtliche Kicker die Reise nach Katar antreten können. Der Grund: Leon Goretzka steht zwar auf der Kaderliste für die Club-WM, die Corona-Quarantäne des Nationalspielers endet allerdings frühestens am Samstag. Ob der 25-Jährige nachreisen kann, hängt auch von einem negativen Testergebnis ab. Er wäre freilich gerne dabei bei diesem Abenteuer.

Vor Ort ist Einiges zu erwarten. Da wären zum einen Fans im Stadion. Beim Halbfinale des FC Bayern am Montag (19 Uhr MESZ, DAZN) gegen den Sieger aus dem Viertelfinale zwischen Al-Duhail und Al-Ahly im Al Rayyan Stadium werden Zuschauer vor Ort sein. Voraussetzung ist ein positiver Antikörpertest, ein negativer Antigentest oder eine Impfbestätigung, zudem sollen Temperaturmessungen an den Eingängen sowie eine allgemeine Maskenpflicht im Stadion vor Ansteckungen schützen. Ausländische Besucher wird es aufgrund der Einreisebestimmungen, die im Falle des Emirats eine sieben- bis 14-tägige Quarantäne vorschreibt, nicht geben.

Corona-Sorgen fliegen aber auch bei den Bayern mit. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Katar ist bei 84,1 Neuinfektionen vergleichbar mit der in Deutschland (Stand gestern bei 90 Neuinfektionen), gerade der Blick auf Bayerns möglichen Finalgegner Palmeiras verbreitet Skepsis. Die Brasilianer holten vergangenen Samstag die Copa Libertadores gegen den FC Santos und feierten den Sieg inmitten der 2500 zugelassenen Fans im Stadion ohne Schutzmasken. Die Mannschaft reist trotzdem nach Katar – aus einem Land, in dem gerade mal ein Prozent der Bevölkerung geimpft ist, aber eine Coronavirus-Mutation im Amazonas-Gebiet für Schrecken sorgt. Hinzu kommt: Für die Club-WM kommen Spieler, Trainer und Betreuer aus allen sechs Kontinenten der Welt an einem Ort zusammen.

Der Wettbewerbsmodus ist bekannt: Erst 90 Minuten, dann Verlängerung und schließlich Elfmeterschießen. Bei den Spielen um Platz fünf und drei geht es nach der regulären Spielzeit direkt an den Punkt. Interessant: Sollte ein Spieler eine Rotsperre nicht im Rahmen der Club-WM absitzen können, behält diese wettbewerbsübergreifend für das nächste Pflichtspiel ihre Gültigkeit. Der Videoschiedsrichter greift wie in der Bundesliga bei strittigen Szenen ein, bei den Schiedsrichtern ist zudem unter der Leitung der Brasilianerin Edina Alves Batista ein komplettes Frauenteam dabei.

Für Bayern steht unabhängig vom Ausgang des Halbfinals ein Programm von insgesamt vier Partien in lediglich elf Tagen an. Los geht’s am Freitag in Berlin, Dienstag und Donnerstag folgen zwei Spiele in Katar, am Montag geht es bereits in der Bundesliga daheim gegen Bielefeld weiter. J.C. MENZEL LÒPEZ

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