Kampf dem Missbrauch

von Redaktion

Sport fordert unabhängige Anlaufstelle

Berlin – Die Vorwürfe sind schwerwiegend, und sie werden nicht mehr nur in den USA, Großbritannien oder der Schweiz geäußert. Sexueller Missbrauch. Sexualisierte Gewalt. Psychische Unterdrückung. Auch der deutsche Sport ringt um Verantwortung und Schutzkonzepte, denn im Turnen, Schwimmen oder Boxen haben vermeintliche Opfer und Täter mittlerweile Gesichter und Namen bekommen.

Der „dringende Handlungsbedarf“, den Maximilian Klein vom unabhängigen Verein Athleten Deutschland sieht, ist der gemeinsame Nenner der Sportler, der Verbände und auch der Politik. In einer öffentlichen Sitzung ließ der Sportausschuss im Bundestag Sachverständige zu Wort kommen – die waren sich überwiegend einig.

Der Athleten-Verein bekam breite Unterstützung für die Idee einer übergeordneten Anlaufstelle für Missbrauchsopfer im Sport. Die Experten aus der Wissenschaft, der Praxis und den Fachverbänden Turnen (DTB) und Schwimmen (DSV) plädierten für das von den Athleten vorgeschlagene „Unabhängige Zentrum für Safe Sport“. Die Idee einer unabhängigen Instanz, kommt aus dem Ausland. In Ländern wie den USA, Kanada, Australien oder auch in den Niederlanden gibt es solche Anlaufstellen.

Das Konzept der Athleten Deutschland sieht im Wesentlichen vier Kompetenz- und Handlungsfelder vor. Die Risikoanalyse, um „blinde Flecken“ aufzuspüren; ein Monitoringsystem, um die tatsächliche Umsetzung von Präventionsmaßnahmen zu prüfen; eine unabhängige Anlauf- und Fallbearbeitungsstelle für die Intervention bei akuten Fällen; und eine Begleitung bei der Aufarbeitung vergangener Fälle.

Viele praktische Fragen sind noch offen. Immerhin ist das Ziel definiert: Der organisierte Sport braucht Hilfe, um seiner Verantwortung gerecht zu werden.  sid

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