Der EHC verlernt das Verlieren

von Redaktion

Zehn Siege in Serie und ein Ende scheint bei der aktuellen Form nicht in Sicht

VON THOMAS JENSEN

München – Sie gewinnen knappe Spiele, sie gewinnen Spiele, bei denen sie weit zurückliegen und sie gewinnen Spitzenspiele deutlich. Wie am Sonntag als die Spieler des EHC RedBull München im Olympia-Eisstadion die Adler Mannheim 6:2 schlugen und die Siegesserie in der DEL auf nun schon zehn Erfolge ausbauten.

Dabei erzielen sie dann sogar Tore mit der Hand, so wie Benjamin Smith, von dessen Handschuh der Puck augenscheinlich ins Netz prallte – zuvor war das Spielgerät als Schuss von Yasin Ehliz vom Mannheimer Ersatz-Goalie Arno Tiefensee abgeprallt.

„Mannheim kannst du nie ganz ausschalten. Deswegen können wir heute sehr zufrieden sein“, meinte Ehliz bescheiden nach der Partie. Auch wenn es ihm, seinen Mitspielern und Trainer Don Jackson in seiner gepredigten „von Spiel zu Spiel“-Mentalität widerstreben dürfte: zufrieden sein konnten die Münchner angesichts ihrer Siegesserie wohl nicht nur „heute“, also am dritten Advent, sondern ziemlich oft in letzter Zeit.

14 Punkte Vorsprung haben die Bullen inzwischen auf die zweitplatzierten Mannheimer, die letzte Niederlage in der Liga gab es am 1. November, ebenfalls gegen die Adler. Die Traditionsmannschaft aus Baden-Württemberg spielt zudem noch eine weitere Rolle, wenn es um die Siegesserie geht: sie halten den DEL-Rekord auf diesem Gebiet. 15 Spiele gewann der achtmalige deutsche Meister zwischen November 2001 und Januar 2002.

Von einem möglichen Rekord dürfte Don Jackson nichts hören wollen, für den 66-Jährigen zähle nur, dass sich sein Team auf den Moment konzentriere, wie er nach dem Spiel am Sonntag beteuerte. Einen Grund für die aktuelle Verfassung lieferte er: „Wir haben Glück, gerade wenige Verletzte zu haben.“ Einzig Stürmer Trevor Parkes fehlt aktuell.

Auffällig ist auch, dass die Münchner ihre Tore weiterhin sehr ausgeglichen verteilen. Sechs verschiedene Torschützen gab es bei der spektakulären 6:5-Aufholjagd vergangene Woche gegen Wolfsburg und sechs verschiedene Spieler waren auch am Sonntag erfolgreich. Diese Balance zeigt sich auch in einem Blick auf die Statistiken. Obwohl der EHC das Team ist, das mit 101 am meisten Tore erzielt hat, hat er keinen Scorer unter den besten 15 der Liga. Kaum eine Mannschaft ist so wenig abhängig von Einzelnen.

Anders ist die Situation beim nächsten Gegner, den Kölner Haien. Mit Andreas Thuresson und Louis-Marc Aubry haben sie den sechst- und siebtbesten Scorer der Liga in ihrem Team. Letzterer musste zuletzt allerdings verletzt pausieren. Der EHC empfängt Köln am Dienstagabend, um 19.30 Uhr im Olympia-Eisstadion.

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