Magische Argentinier

von Redaktion

Finale nach 3:0 über Kroatien – Messi und Alvarez treffen

VON GÜNTER KLEIN

Lusail – War dies wirklich noch Doha? Oder doch Buenos Aires? Vor einer gelöst feiernden Fangemeinde spielte sich Argentinien ins Finale der Weltmeisterschaft 2022. Lionel Messi und Julian Alvarez, die beiden überragenden Offensivkräfte, strahlten sich nach ihren gelungenen Tor-Kooperationen an. Nach dem 3:0 (2:0) über Kroatien waren Messi die Emotionen anzumerken. „Es gehen mir so viele Dinge durch den Kopf. Ich weiß gar nicht, wie ich meine Gefühle beschreiben soll“, sagte er: „Wenn ich diese Leute sehe, die Menschen, die Familien, diese Fangemeinde, die uns die ganze Zeit begleitet hat.

Ihre wilde Entschlossenheit war den Argentiniern von der ersten Sekunde weg anzumerken. Sogar Messi begab sich in den Pressingmaschinen-Modus, die Kroaten sollten gar nicht erst zu einem geordneten Spielaufbau kommen. Der Meister selbst beteiligte sich am Anlaufen der Verteidiger und sogar von Torwart Livakovic, bei ihm fing es schon an mit dem Druck. Und für Kroatien mit der Ahnung: Lange würde die Null nicht zu halten sein.

In der 25. Minute konnte Livakovic noch einen Aufsetzer von Emilio Fernandez wegboxen, in der nächsten Szene aber (31.) traf er nicht mehr den Ball, sondern mit voller Körperbreite Argentiniens Stürmer Julian Alvarez. Ein langer Pass hatte die kroatische Abwehr entblößt, Alvarez hob den Ball über den herausstürmenden Torhüter. Die beiden konnten einander nicht mehr ausweichen, Livakovic wollte es auch nicht, es kam zum Crash – und zum Strafstoß. Chefsache. Messi hatte zuletzt seine Elfmeter so gestaltet, dass er den Torhüter ausschaute und den Ball in die andere Ecke schob – diesmal ging’s wuchtig unters Dach, 1:0 (34.).

Die Südamerikaner hatten einen Lauf. Das 2:0 (39.) war ein Tor der Art, wie es den einen zeigt, dass es ihr Tag ist, und den anderen, dass sie nichts holen werden. Aus einer Ecke von Kroatien entsteht der argentinische Konter, Alvarez wird von Messi noch vor der Mittellinie angespielt, er rennt einfach los, weder Juranovic noch der Stuttgarter Sosa können ihn aufhalten, der Ball flippert zurück auf Alvarez’ Fuß. In der Wiederholung, die auf den Videowänden des Lusail Stadiums läuft, sieht man, wie ein Lächeln über das Gesicht des Gaucho-Stürmers huscht. Schließlich drischt er zum 2:0 ein.

Kroatien war jedoch nicht bereit, sich zu ergeben. Das Team von Zlatko Dalic erarbeitete sich trotz des Rückstandes mehr Ballbesitz und intensivierte die Angriffsbemühungen in der zweiten Halbzeit, Luca Modric und Ivan Perisic trieben das Team an. Argentinien konnte unter nun völlig veränderten Vorzeichen das massierte Verteidigen üben – und das Kontern. Wie in der 69. Minute: Messi zerlegte mit Sprints und Haken die rechte Abwehrseite der Kroaten, seinen Pass verwertete dann Alvarez zum 3:0.

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