München – Vom 15. Dezember bis 3. Januar ist die Erde wieder eine Scheibe – zumindest für viele Sportfans. Dann findet nämlich im Londoner Alexandra Palace (liebevoll Ally Pally genannt) die Darts-WM statt. Unsere Zeitung beantwortet die wichtigsten Fragen zur WM, an der diesmal wieder drei Deutsche teilnehmen.
Wer ist Titelverteidiger? Der Schotte Peter Wright. „Snakebite“ – so sein Spitzname nach dem Mixgetränk aus Lagerbier und Apfelwein – setzte sich mit 7:5 gegen den Engländer Michael Smith durch. Wright trifft im letzten Spiel des ersten Tages auf den Sieger der Partie Mickey Mansell gegen Ben Robb.
Welche Deutschen sind am Start? Den Auftakt macht Florian Hempel (16. Dezember, Gegner Keegan Brown). Die anderen beiden deutschen Starter steigen nach einem Freilos am 21. Dezember (Gabriel Clemens) bzw. 23. Dezember (Martin Schindler) ins Turnier ein. Max Hopp – lange Zeit die deutsche Nummer eins – hat sich zum zweiten Mal in Folge nicht qualifizieren können.
Wie viele Frauen sind dabei? Drei – alle aus England: Lisa Ashton, Beau Greaves und Fallon Sherrock, die 2019 weltweit für Furore sorgte, weil sie als erste Frau bei der WM zwei Männer schlug.
Um wie viel Geld geht’s? Insgesamt werden 2,5 Millionen Pfund (2,91 Millionen Euro) ausgeschüttet. Der Sieger erhält 500000 Pfund, ein Platz in Runde zwei bringt auch schon ein schönes Weihnachtsgeld von 15000 Pfund.
Die wievielte Darts-WM ist es? 1994 richtete die Professional Darts Corporation (PDC), die sich zwei Jahre zuvor von der British Darts Organisation abgespaltet hatte, ihre erste WM aus. Der erste Sieger, Dennis Priestley, erhielt damals übrigens 16 000 Pfund. Bis 2007 wurde in der Circus Tavern in Purfleet gespielt, seitdem im Alexandra Palace.
Wieviele Zuschauer passen in den Ally Pally und was kostet es? Bis zu 3000 Zuschauer pro Session dürfen hinein. Ein Tischplatz für den Finaltag am 3. Januar 2023 kostete im regulären Verkauf 75 Pfund. Einen Becher Bier gibt’s für fünf Pfund. Kostüme sind übrigens gern gesehen im Ally Pally, Fußballtrikots verboten, damit es keine Randale zwischen Anhängern rivalisierender Klubs gibt.
Wie viele Darts-Profis gibt es und was verdienen sie? 128 haben die PDC Tour Card. Der Waliser Gerwyn Price verdiente in den vergangenen beiden Jahren allein an Preisgeld 1 176 750 Pfund. Er führt damit die Order of Merit an, die Weltrangliste. Clemens liegt als bestplatzierter Deutscher mit 221 250 Pfund auf Platz 25. Zu den Preisgeldern kommen noch Einnahmen durch Sponsoren und Antrittsgelder z. B. bei Firmenturnieren. Das können für einen Topspieler bis zu 10 000 Euro am Abend sein.
Wer zeigt die WM? Sport1 ist mit einem neuen Rekordumfang von 135 Livestunden dabei. Auch der kostenpflichtige Streamingdienst DAZN überträgt.
Wie viele spielen in Deutschland Darts? Der Deutsche Dart-Verband e. V. hat knapp 16 000 Mitglieder. Die Zahl der Hobbyspieler ist natürlich viel höher.
BERND BRUDERMANNS