Jeden Tag ein bisschen besser

Schweini und die Klinsfrau

von Redaktion

VON JÖRG HEINRICH

Hasta la vista, Katar! Jetzt geht die WM ihrem verdienten Ende entgegen. Gestern hatten Schweini und seine inhaltliche Betreuungsbeauftragte Esther Sedlaczek ihren vorletzten Auftritt. Heute verabschiedet sich das ZDF. Chris Kramer geht wieder kicken, Béla Réthy geht in Rente, und Claudia Neumann sollte wegen ihres Rumpel-Deutsch in sich gehen. Wir verraten, was Sie bei Messi gegen Modric? verpasst haben, oder auch nicht.

Das ARD-Plenum: Nach nur 17 Trailern für Versicherungen, fürs Erste und für sonstiges Gedöns ging’s im Ersten auch schon los. Jessy Wellmers Debattier-WM blieb zäh. Sie erkundigte sich bei Sami Khedira: „Gibt’s auch heute wieder eins, ein Elfmeterschießen?“ Darauf der Weltmeister: „Ich vermute, ja.“ Pardauz! Das ist die grenzenlose Weisheit von Fernseh-Fußball-Experten. Der Very-Small-Talk war unergiebig wie Weihnachten mit Opa Horst, der traditionell nervt, und mit dem man sich nichts mehr zu sagen hat: „Und, was macht die Gesundheit?“ „Hilft ja nichts.“ Die Wellmerin brachte wenigstens das schöne Wort „verhunzt“ für die DFB-WM ins Spiel. Sie ist die Michelle Verhunziker vom ARD-Fußball. Aufs Halbfinale hatte das Erste beim Halbfinale wenig Lust, bis Jessica um 19.36 Uhr endlich ankündigte: „Damit fangen wir jetzt schon an.“

Die ARD-Slomka: Beim Verhören von DFB-Präsident Neuendorf versuchte sich Jessica Wellmer als Marietta Slomka für Arme und fragte scheininvestigativ nach. Zum Beispiel so: „Wie integer ist Karl-Heinz Rummenigge aus Ihrer Sicht?“ „Inwiefern sind Sie der Richtige?“ „Würden Sie Fehler eingestehen?“ Da war Fremdschämen angesagt. Wobei sie bei der Rentnerband älterer Herren recht hatte, die den DFB jetzt beraten soll: „Hans-Joachim Watzke, in vielerlei Funktionen vorhanden, ist 65 Jahre alt, bei allem Respekt, tolles Alter. Aber man fragt sich, gibt es auch jüngere Menschen mit jüngeren Ideen?“ Ansonsten wirkte ihre Gesprächsführung etwas modric?. Im Übrigen ist Watzke 63. Auf nix kann man sich verlassen beim Staatsfunk.

Esther und Schweini?: Apropos tolles Alter. Als Schweini verraten hat, dass Luka Modri? „nur ein Jahr jünger ist als ich“, war die Frau Heinrich perplex, dass der Intensiv-Influencer erst 38 ist (oder 40, wie die Wellmerin sagen würde). Ja, Basti ist der jüngste Elder Statesman der Welt. Esther Sedlaczek schafft weiterhin, was Klinsi beim FC Bayern nicht geschafft hat: Sie macht Bastian Schweinsteiger jeden Tag ein bisschen besser. Sie ist die Klinsfrau. Gestern verriet sie das Ergebnis des Zuschauer-Zählens: „Basti kommt auf 82 Prozent Argentinier und 18 Prozent Kroaten.“ Das macht rund 100 Prozent, brillant addiert! Der zärtlichkeitsbedürftige Schweini knuffelte mit Ivica Olic? und Mario Mandukic?, die er ja gut kennt. Schweini? als Kroaten-Kolbermoorer.

Gerd und Thomas: ARD-Kommentator Gerd hatte gottlob wieder Fußball-Poet Thomas Broich an seiner Seite, der sich auf die „feinen Füßchen“ der „Zauberzwerge“ Messi und Modric? freute. Kollege Gottlob ist weniger lyrisch veranlagt und hatte wieder seine gefürchteten Ekstase-Euphorie-Ausbrüche. Bei Argentiniens 2:0 schrie er mutwillig das Mikrofon kaputt: „Er versucht es! Und er geht durch!… brdmpf!… nicht auf!… hmpfl!… einfach nicht auf!… so lange, krchzhrvatska!… der Ball im Tor ist!… Er wollte es, verdammt noch mal!“ Das war tragi? für Kroatien, verdammt noch mal!

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