München – Thomas Müller (34) wurde seiner Rolle als Naturbursche beim wochenendlichen Schneetreiben gerecht und schaufelte sich den Weg frei. Der Bayern-Kicker dokumentierte seinen Schneeschaufel-Einsatz auf gewohnt süffisante Weise in den sozialen Medien: „Wir befinden uns wie so oft in der rechten Halbspur.“ Ehefrau Lisa schickte er kurzerhand mit Hund Murmel durch den Neuschnee. Teamkollege Leon Goretzka (28) ging die Sache ruhiger an und stapfte im Pyjama und mit einem Salzstreuer „bewaffnet“ durch den heimischen Garten.
Derweil wurde die Allianz Arena von den Schneemassen befreit, denn die spaßigen Beiträge hatten einen seriösen Hintergrund als Kern: das Spiel gegen Berlin konnte wegen des Wintereinbruchs nicht stattfinden. Union nahm die Absage mit „eiskaltem“ Galgenhumor hin. Die Eisernen nutzten die Bilder der bayerischen Winterlandschaft kurzerhand für einen Gaudi-Live-Ticker zur Unioner Schneeballschlacht. Ernst wird es für die Berliner im Duell mit dem FC Bayern erst wieder im neuen Jahr: Die Partie in der Allianz Arena wird wohl erst im Januar 2024 wiederholt werden. Einem früheren Termin steht neben den Wetterverhältnissen und dem Programm der Clubs auch die Spielordnung der Deutschen Fußball Liga (DFL) im Wege. Union-Sprecher Christian Arbeit bestätigte bei radioeins im rbb, dass eine kurzfristige Neuansetzung praktisch ausgeschlossen sei.
Noch bevor das bayerische Schnee-Chaos einsetzte, hatte der FC Bayern am Freitagabend eine bittere Nachricht zu verkünden: Außenverteidiger Bouna Sarr (31) hat sich im Training einen Kreuzbandriss gezogen. Am Wochenende wurde der Senegalese dann in Innsbruck operiert und meldete sich mit einem Foto vom Krankenbett: „Die Operation ist sehr gut verlaufen. Sich darüber zu beschweren und von meinem Schicksal traurig zu sein, wäre nicht der beste Weg, um in diesem Heilungsprozess voranzukommen.“
Sarr wird den Münchnern also für den Rest der Saison und darüber hinaus fehlen. Der nächste Rückschlag für Cheftrainer Thomas Tuchel (50), den sein arg dünner Kader schon seit Sommer Kopfzerbrechen bereitet. Da dürfte er die Worte von Präsident Herbert Hainer (69) bei Bild TV gerne gehört haben. „Wir gucken immer, wie wir unseren Kader weiter verstärken könnten. Das haben wir in ausreichendem Maße auch in der Sommer-Transferperiode gemacht. Natürlich guckt unsere sportliche Leitung auch, ob es im Winter Sinn macht, noch jemanden zu holen“, sagte Hainer und ergänzte: „Dass wir uns im defensiven Bereich umschauen, ist kein großes Rätsel.“
Doch nicht nur auf, sondern auch abseits des Platzes gab es am Wochenende lange Gesichter bei der Bayern-Familie – die traditionellen Fanclub-Weihnachtsbesuche mussten abgesagt werden. „Der wichtigste Aspekt war die Sicherheit unserer Fans und auch unserer Spieler. Vor dem Hintergrund des Schneechaos und des Aufrufs der Polizei, die Häuser nicht zu verlassen, haben wir entschieden, die für diesen Sonntag geplanten traditionellen Fanclub-Besuche zu verschieben“, wird Vorstandschef Jan-Christian Dreesen (56) auf der Homepage zitiert. Der neue Termin soll schnellstmöglich bekannt gegeben werden.
Laut Vereinsangaben sollen die Fanclub-Besuche voraussichtlich im Januar im Rahmen eines Neujahrsempfangs nachgeholt werden. Besonders hart traf die Absage den Fanclub „Die Roten“ aus Kirchweidach im Landkreis Altötting – dort wurde nämlich Superstürmer Harry Kane (30) erwartet.