OBERLIGA-RUNDTOUR

Peitings Comeback mit Charaktersiegen

von Redaktion

In Erding wirkt das Kabinenfest, Tölz pirscht sich heran, Riessersee findet Soudek-Ersatz

„Hier, ich war‘s“: Gleich dreimal konnte der Tölzer Topi Piipponen einen Torerfolg anzeigen. © Oliver Rabuser

Peiting: Die Rückschläge der letzten Wochen mit nur einem Sieg in neun Partien hat der EC Peiting gut weggesteckt. Sowohl im Heimspiel gegen die Passau Black Hawks wie auch beim EV Füssen drehte der ECP einen zwischenzeitlichen Rückstand in einen Erfolg.

„Die Jungs waren geduldig. Der Sieg tut wahnsinnig gut für das Selbstvertrauen“, strahlte ECP-Coach John Sicinski nach dem starken Schlussspurt gegen Passau, der mit einem 5:3-Sieg belohnt wurde. Ein Schlüssel dazu war auch das starke Überzahlspiel des ECP mit drei Powerplaytoren. In Füssen verschliefen die Peitinger die Anfangsphase komplett. Erst nach dem 0:2-Rückstand wachten sie auf. Dem Rückstand liefen sie aber bis zum Schlussdrittel hinterher, ehe Thomas Heger einen Doppelpack zum Ausgleich schnürte. In der Verlängerung sorgte Carson Briere, der langsam in Fahrt kommt, mit einer starken Einzelaktion für den Zusatzpunkt. „Den wir bei dem Charaktersieg gerne mitnehmen“, so Sicinski. RH

Erding: Eine Sensation geschafft, eine Überraschung verpasst – so lautet das Wochenend-Fazit der Erding Gladiators. Mit dem 4:2-Sieg beim Tabellenzweiten Deggendorf hatte wohl kaum einer gerechnet. „Die Deutschland-Cup-Pause hat uns gutgetan“, meinte Trainer Dominik Quinlan. Es gab viele Aussprachen zwischen Vereinsführung, Trainer sowie Spielern – und auch ein Kabinenfest „als Teambuilding-Maßnahme“.

Dass die Moral jetzt stimmt, zeigte sich nicht zuletzt daran, dass die Deggendorfer nach einem 0:3-Rückstand auf 2:3 herankamen und die Gladiators zwar wankten, aber nicht fielen. Umgekehrt lief es dann bei der 3:6-Niederlage in Garmisch. Da machten die Erdinger einen 0:1- und 1:3-Rückstand wett, vergaben danach aber einen Penalty. „Wenn der drin gewesen wäre, hätten wir wahrscheinlich gewonnen“, stellte Quinlan fest. „Danach haben uns die blöden Strafzeiten gekillt, Garmisch war in Überzahl effektiver.“WK

Bad Tölz: Die Löwen haben sich an die Top-Drei der Oberliga herangeschlichen. Doch das direkte Duell um den Zugang zum erlauchten Kreis haben sie verloren: Obwohl sie mit einer richtig guten Leistung am Sonntag gegen Deggendorf lange mithielten, Topi Piipponen in einer überragenden Paradereihe selten effizient drei Treffer erzielte, mussten sie sich mit 3:5 geschlagen geben. „Wir haben unser Ziel erreicht, das Spiel lange offen zu halten“, sagt Tainer Axel Kammerer. „Am Ende hat uns vielleicht ein bisschen die Frische gefehlt.“ Das 4:3 in Stuttgart am Freitag war schon fast ein Pflichtsieg, der allerdings nach 3:1-Führung und zwischenzeitlichem Ausgleich hart erkämpft war.

Gegen Deggendorf durften sich die Tölzer weder defensive Aussetzer noch Strafzeiten erlauben. Beides gelang. Piipponen hätte endgültig zum Helden werden können, hätte er den Rückstand im Schlussdrittel per Riesenchance wieder egalisiert. Doch Timo Pielmeier rettete per Big Save, Deggendorf traf ins leere Tor zum 5:3. NICRiessersee: Der SC Riessersee hat auf dem Transfermarkt zugeschlagen und Nik Armstrong-Kingkade für acht Spiele verpflichtet. Der Grund: Robin Soudek, Topscorer der Mannschaft, fällt bis Ende Januar aus. Derzeit trägt er Gips. Der neue Stürmer, der keinen deutschen Pass bekam, sodass sein Vertrag beim Nord-Oberligisten Hamm nicht in Kraft trat, schoss gleich bei seinem zweiten Spiel einen Treffer: das 3:1 im Heimspiel gegen Aufsteiger Erding. Es war ein Tor in Überzahl, der Schwäche der Weiß-Blauen, die bis dato den niedrigsten Wert aller Teams hatten. Oldie Alex Höller erzielte zum 4:3 (Endstand 6:3) auch noch eines. Zwei Überzahl-Tore in einem Spiel waren eine Premiere.

„Armstrong-Kingkade hat man am Freitag angemerkt, dass er erst reinkommen muss“, sagt SCR-Trainer Hunor Marton zum 2:3 nach Verlängerung in Lindau. „Am Sonntag hat er viel besser gespielt.“ Somit war es das erfolgreichste Wochenende der Saison – vier Punkte gab es noch nie. TF

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