Wer stoppt die Schussmaschine?

von Redaktion

EHC trifft auf Straubing und Marcel Brandt und erwartet längeren Niederberger-Ausfall

Der Abgang verhieß nichts Gutes: EHC-Torwart Mathias Niederberger am Freitag in Berlin. Gestern standen ausführliche Untersuchungen an. © IMAGO/nordphoto

München – Ob er froh sei, dass die Clubführung vor ein paar Wochen seinem Kader noch einen vierten Torhüter, einen mit weitaus größerem Erfahrungsschatz als dem der Youngster Simon Wolf und Matthias Bittner (beide 21), spendiert habe? „Absolut“, sagt Oliver David, der Trainer des EHC Red Bull München kurz und klar. Denn nun ist der Fall eingetreten, dass der Keeper, der im Münchner Kosmos als Nummer eins ausgewiesen ist, ausfallen wird. Man konnte sehen, wie Mathias Niederberger am Freitag nach einer Parade beim Spiel in Berlin vom Schmerz durchzuckt wurde und sich sofort in gebückter Haltung auf den Weg zur Bank und gleich weiter in die Kabine machte. Am Sonntag, als der EHC 8:3 in Augsburg gewann, hatte Oliver David „noch keine weitere Info, außer dass es eine Unterkörperverletzung ist, vorliegen“, er verwies auf MRT-Untersuchungen im Verlauf des Montags. Es könnte die gleiche Verletzung sein, wie Niederberger sie sich zu Beginn der Playoffs im vergangenen März zugezogen hatte. Zur WM wurde er zwar wieder fit, doch die Wiederherstellung der Spielfähigkeit dauerte letztlich zwei Monate.

Niederberger, der am Mittwoch 33 wird, hatte nach schwachem Saisonstart, bedingt auch durch Krankheit, wieder zu sich gefunden. Vor der Deutschland-Cup-Pause blieb er in Mannheim und Köln ohne Gegentreffer, in der Nationalmannschaft glänzte er gegen Lettland (5:1), es folgten die Ligaspiele in Bremerhaven (2:4 verloren) und gegen Nürnberg (4:1). Von den Rängen kam wieder das bestärkende „Niederberger, Niederberger, hey, hey“.

In Berlin ersetzte ihn Antoine Bibeau (31). Der Kanadier mit NHL-Erfahrung hielt seinen Kasten gegen die Eisbären sauber, zeigte beim 8:3 in Augsburg aber Schwächen – sie fielen nur wegen der allgemeinen Münchner Überlegenheit nicht ins Gewicht. Heute im Heimspiel gegen Straubing (19.30 Uhr) ist eine härtere Prüfung zu erwarten. Obwohl sie erstmals zwei Partien nacheinander verloren (in Schwenningen und zu Hause gegen Berlin), sind die Tigers noch Tabellenführer. Und vor allem verfügen sie über die Schussmaschine der Liga: Marcel Brandt.

Der 33-jährige Dingolfinger hat bislang zehn Tore geschossen – als Verteidiger; das schaffte bei München kein Stürmer. Brandt hat nach Ingolstadts Stürmerstar Riley Barber (19 Tore) die meisten Schüsse abgegeben: 154 (Bester beim EHC: Ehliz, 102). Zudem hat Brandt den dritthärtesten Schuss der Liga, 167,22 km/h sind ein Wert von NHL-Klasse. Wegen dessen Präzision sprechen die TV-Kommentatoren vom „Laser“. Antoine Bibeau wird gefordert sein.GÜNTER KLEIN

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