CHAMPIONS LEAGUE

Catenaccio oder Spektakel?

von Redaktion

Eintracht Frankfurt in der vor Schlüsselspiel gegen Atalanta Bergamo

Frankfurt/Main – Erst stimmte Dino Toppmöller seine Mannschaft mit ernster Miene ein, dann folgte gleich der ein oder andere Klaps für den Coach. Zwei Tage nach seinem 45. Geburtstag musste „Toppi“ durch die Gasse seiner Spieler huschen, die amüsiert ihren Trainer „abwatschten“. Leichtigkeit und Ernst lagen beim Abschlusstraining im Waldstadion vor dem wegweisenden Champions-League-Heimspiel gegen Atalanta Bergamo nahe beieinander.

Die Eintracht hat an diesem Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) viel vor. „Es ist noch alles möglich. Wir haben unser vorletztes Heimspiel und wollen unbedingt gewinnen, um unsere Chance aufs Weiterkommen so groß wie möglich zu halten“, sagte Offensivspieler Ansgar Knauff, nachdem er und seine Kollegen zuletzt erneut in alte Muster verfallen waren.

Denn nicht nur auf dem Trainingsplatz, auch beim 4:3-Sieg in der Bundesliga bei Aufsteiger 1. FC Köln zeigte die Eintracht am Wochenende wieder zwei verschiedene Gesichter. Ein Spektakel, von dem Toppmöller eigentlich wegkommen wollte – vor allem das späte Zittern schmeckte ihm nicht.

Seine Mannschaft stabilisierte sich zuletzt defensiv, doch das Angriffsspiel litt darunter. Stabilität und Spielfreude kann die SGE zu selten vereinen. Das zu ändern könnte gegen den zweiten italienischen Gegner innerhalb weniger Woche schwierig werden. Frankfurt wolle unbedingt „zu Hause den Sieg einfahren“, sagte Sportvorstand Markus Krösche zuletzt, es könnte aber die nächste Catenaccio-Schlacht warten.

Bergamo bot in dieser Saison in der Königsklasse im Gegensatz zu den Frankfurtern nämlich wenig Spektakel, gerade einmal drei erzielte Tore reichten für sieben Punkte und Platz 16. Dass die SGE damit umgehen und selbst gegen augenscheinlich überlegene Gegner die Nerven bewahren kann, bewies sie schon.

In Neapel, gegen den italienischen Meister, erkämpfte Toppmöllers Team zuletzt ein verdientes 0:0. Auch deswegen hat Frankfurt mit vier Zählern (Platz 23) im Kampf ums Weiterkommen noch alle Chancen. SID

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