Durchbruch – jetzt!

von Redaktion

Deutschlands Handballerinnen träumen seit Jahren von einer Medaille – bei der WM soll es endlich so weit sein

Durchschlagkräftig: WM-Neuling Nieke Kühne im Vorbereitungsduell gegen die Schweiz. © Wolf/Imago

Stuttgart – Bundestrainer Markus Gaugisch trommelte seine Spielerinnen zu einer kurzen Ansprache zusammen, dann schickte er Katharina Filter und Co. auf die Aufwärmrunde. Bei ihrem Abschlusstraining in der Stuttgarter Porsche-Arena strahlten Deutschlands Handballerinnen am Tag vor dem Auftakt ihrer Heim-WM den maximalen Fokus aus. „Wir reden schon sehr lange darüber, ich bin sehr froh, dass es jetzt endlich losgeht“, sagte Torhüterin Filter. Und Turnierdebütantin Nieke Kühne frohlockte: „Wir sind heiß.“

Die Partie gegen Island am Mittwoch (18.00 Uhr/Sporteurope.TV) vor mehr als 6000 Fans in Stuttgart soll nicht nur den Startschuss für die Medaillenjagd geben, sondern auch der Beginn eines echten Handball-Hypes sein. Die DHB-Auswahl wolle auch „den Frauen-Handball pushen, wir wollen junge Mädels in die Halle bekommen, wir kämpfen auch für Gleichberechtigung und Gleichstellung“, sagte Kapitänin Antje Döll, schließlich sei dies „nicht nur ein Thema in unserer Sportart“.

Für die finanzielle Motivation sorgte unmittelbar vor Beginn der Einheit am Dienstagvormittag die Verbandsspitze. Der Deutsche Handballbund (DHB) rief für den Fall des Titelgewinns eine Rekordprämie in Höhe von 425 000 Euro aus. „Wir setzen unseren Weg für den Frauensport fort und beleben die Bewegung ‚Hands up for more‘ mit weiteren Taten“, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann. Silber würde mit 300 000 Euro belohnt, Bronze mit 200.000 Euro, ein vierter Platz mit 100 000 Euro.

Und so heißt das Ziel Rotterdam, wo Mitte Dezember die Medaillenspiele steigen. Um die Chance auf das erste WM-Edelmetall seit 18 Jahren zu haben, muss Gaugischs Team zunächst aber seine Pflicht erfüllen. Heißt: Mit drei Siegen gegen Island und anschließend gegen Uruguay (Freitag) und Serbien (Sonntag/beide 18.00 Uhr) die maximale Ausbeute in die Hauptrunde in Dortmund mitnehmen. Und dann, nach drei weiteren Partien, vor mehr als 10.000 Zuschauern in der Westfalenhalle erstmals seit 2008 ein großes Halbfinale erreichen.

„Mit der Unterstützung der Zuschauer in Dortmund bin ich guter Dinge, dass wir alles auf der Platte lassen, um diesen Traum – das ist ein Traum – zu verwirklichen und den nächsten Schritt zu gehen“, sagte Bundestrainer Gaugisch im ZDF. Tatsächlich gibt die Auslosung der DHB-Auswahl die Chance, sich für das angestrebte K.o.-Duell, bei dem auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen in die Live-Berichterstattung einsteigen würde, warmzuspielen. Punkteverluste in der Vorrunde kämen einer Riesenüberraschung gleich.SID

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