Dass Bayern-Torwart Manuel Neuer (40) heute aus seiner knapp zweijährigen DFB-Rente zurückkehren wird, ist ein Schlag ins Gesicht für Hoffenheim-Keeper Oliver Baumann, der damit seinen Platz als Nummer 1 räumen muss. Was macht das mit einem Profi? Unsere Zeitung fragte bei Sportpsychologe und Unternehmercoach Matthias Herzog nach.
„Das ist keine normale Torwartentscheidung. Das ist ein Vertrauensbeben“, betont der Fachmann und erklärt: „Nagelsmann hat nicht nur den Torwart gewechselt, er hat sein eigenes Klarheits-Versprechen beschädigt. Er wollte früh Rollen verteilen, früh Sicherheit geben, früh Orientierung schaffen. Und jetzt kippt ausgerechnet eine der wichtigsten Rollen kurz vor dem Turnier. Da fragt sich automatisch jeder Spieler: Wie sicher ist mein Platz wirklich?“
Nagelsmann soll Baumann erst Anfang der Woche über seine Entscheidung informiert haben. Laut Herzog zu spät. „Das ist für mich der kommunikative Knackpunkt. Spätestens nach Neuers Wahnsinnsspiel im Champions-League-Viertelfinal-Hinspiel gegen Real Madrid hätte Nagelsmann Baumann ins Vertrauen ziehen müssen. Da hat er unmenschlich gehalten. Da musste jedem klar sein: Diese Nummer-eins-Frage wird wieder heiß.“PK, HLR