Sie war beim öffentlich-rechtlichen ZDF bereits ein Star, als sie 1994 zum Privatsender RTL wechselte und dort zum Gesicht eines der langlebigsten Formate wurde. Jetzt macht Birgit Schrowange Schluss mit „Extra“. Ende des Jahres übergibt sie nach einem Vierteljahrhundert die Moderation der montäglichen Sendung an Nazan Eckes („Let’s Dance“, „Explosiv“), die sie bereits seit 2008 immer wieder vertritt. Das teilte der Sender am Mittwoch mit.
„Ich habe das große Glück, gesund zu sein, und möchte mehr Zeit für mein Privatleben haben und für Dinge, die mir Spaß machen und mich erfüllen“, wird Schrowange zitiert. Sie freue sich, den Staffelstab nun „in beste Hände weiterzugeben“. Letztmals wird die 61-Jährige die Sendung, eine Mischung aus Boulevard- und Verbrauchermagazin, am 23. Dezember präsentieren, ab dem 30. Dezember übernimmt dann die 43-jährige Eckes. Schrowange kündigte an, ihren Lebensgefährten Frank Spothelfer zu heiraten. Die Moderatorin hat einen erwachsenen Sohn aus einer Beziehung mit ZDF-Talker Markus Lanz, der zwischen 1998 und 2008 für RTL tätig war.
Birgit Schrowange, die aus Brilon (Nordrhein-Westfalen) stammt, begann ihre Karriere mit 19 Jahren als Redaktionsassistentin beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) Ab 1983 wurde sie einem großen Fernsehpublikum als Ansagerin beim ZDF bekannt, wo sie als „das schönste Lächeln des Senders“ galt. In dieser Zeit war Schrowange, die immer wieder auch als Sängerin auftritt, mehrmals als Schauspielerin in der Krimireihe „Ein Fall für zwei“ zu sehen. Seit dem Start der Sendung am 13. Oktober 1994 an moderiert Schrowange das RTL-Format „Extra“, in dem über Promis berichtet wird, aber auch Inhalte anderer Formate des Kölner Privatsenders thematisiert werden, beispielsweise „Bauer sucht Frau“, „DSDS“ oder „Wer wird Millionär?“. Fester Bestandteil der Sendung sind – in teils reißerischem Duktus präsentierte – Produkttests mit versteckter Kamera.
Für Empörung sorgte die Moderatorin im Jahr 2000 mit dem Satz: „Es gibt Menschen, die sind so hässlich, dass sie froh sein können, sich selber nie auf der Straße zu begegnen“, mit dem sie in einer der Ausgaben einen Beitrag über behinderte Menschen einleitete. Eine großes Medienecho brachte ihr vor zwei Jahren der Entschluss ein, ab sofort mit grauen Haaren auftreten zu wollen. Zuvor hatte sie 20 Jahre ihre Haare gefärbt.
Schrowange sei „maßgeblich am Erfolg des Magazins beteiligt gewesen“, würdigte RTL-Chefredakteur Michael Wulf die Moderatorin. Für die Zuschauer sei „Extra“ zu einer verlässlichen Informationsquelle am Montagabend geworden. Die Sendung „in voller Fahrt zu verlassen, ist auch eine couragierte Entscheidung. Eine Eigenschaft, die Birgit immer ausgezeichnet hat.“