Wieder versöhnt: Brad Pitt, Quentin Tarantino und Leonardo DiCaprio (von li.). © Kevin Winter/afp
Er überzeugte so sehr in seiner Rolle in „Once Upon a Time in… Hollywood“, dass Quentin Tarantino eine Fortsetzung mit dem Fokus auf Brad Pitts Filmhelden Cliff Booth verfasste. Dabei hatten sich der Star-Regisseur und sein Hauptdarsteller am Set 2019 mächtig in die Haare bekommen. Tarantino drohte Pitt sogar, dass er „tot in dieser Branche“ sein würde. Das enthüllt jetzt Schauspiel-Legende Bruce Dern.
Der 89-Jährige hatte in „Once Upon a Time in… Hollywood” den blinden Ranchbesitzer George Spahn gespielt, dem Booth im Film einen Besuch abstattet. Dern erinnerte sich im Interview mit dem Magazin „People“, dass die gemeinsame Szene den Eklat zwischen Pitt und Tarantino ausgelöst habe: „Booth weckt darin Spahn auf. Ich liege im Bett, stehe dann etwas verwirrt auf und sage ‚Ich weiß nicht, was hier vorgeht.‘“ Den Satz hatte er improvisiert, weil er laut Drehbuch gar nichts sagen sollte.
Pitt sei vollkommen überrascht davon gewesen, habe innegehalten und „Stopp die Kamera“ gerufen. Das habe dann Tarantino explodieren lassen: „Mit einem unglaublich wütenden Gesichtsausdruck rief Quentin ‚Brad, was hast du gerade getan?‘.“ Pitt habe auf Dern gezeigt und geantwortet: „Was er gesagt hat, stand nicht im Drehbuch.“ Das habe Tarantino nicht beruhigt, sondern ihn noch mehr auf die Palme gebracht.
Laut des Hollywood-Oldies habe der Regisseur dann Pitt vor der gesamten Crew heruntergeputzt und ihn belehrt: „Niemals wieder in deinem Leben wirst du den Befehl geben, die Kameras zu stoppen oder du wirst in dieser Branche tot sein. Das ist allein meine Aufgabe!“
Bei der nächsten Klappe improvisierte Dern dann erneut: „Ich weiß nicht, wer du bist, aber ich bin gerührt, weil du mich besuchen kommst. Jetzt werde ich wieder schlafen gehen.“ Pitt hielt seine Klappe und spielte mit. Die Szene landete so direkt im Film.
Für die „Booth“-Rolle erhielt der heute 62-Jährige einen Oscar als bester Nebendarsteller und schien Tarantino für den Set-Zwischenfall verziehen zu haben. In seiner Dankesrede lobte er den Filmemacher als „ein einzigartiges Original“ und sagte: „Die Filmindustrie wäre ohne dich deutlich langweiliger“. Interessant ist allerdings: Tarantino wird in „The Adventures of Cliff Booth“ nicht selbst Regie führen, das überlässt er seinem Kollegen David Fincher. ENTERPRESS