Wer beim Filzenklas einkehrt, merkt schnell: Hier geht es um weit mehr als gutes Essen oder ein Feierabendbier. Hier treffen gelebte Tradition, echte Gastfreundschaft und familiärer Zusammenhalt aufeinander. Seit 125 Jahren wird im Filzenklas offiziell ausgeschenkt – und bis heute wird das Traditionswirtshaus mit viel Herzblut von der Familie geführt. Mittlerweile bereits in sechster Generation von Christina Brandmaier.
Vom Brotzeitstüberl zum
Lieblingsort im Inntal
Die Geschichte des Filzenklas reicht sogar noch weiter zurück. Bereits 1876 errichtete Nikolaus Entfellner das Anwesen mit Landwirtschaft. Von ihm stammt auch der bis heute bekannte Hausname „Filzenklas“.
Sein Sohn Georg versorgte später die Torfstecher der Umgebung mit Brotzeiten, Geräuchertem und Getränken – damals noch ganz ohne offizielle Genehmigung. „Eigentlich war das früher Schwarzgastronomie“, erzählt Christina Brandmaier lachend. Erst im Jahr 1901 erhielt der Betrieb die offizielle Schankkonzession.
Über die Jahrzehnte entwickelte sich der Filzenklas zu einem festen Treffpunkt für die Menschen aus dem Inntal. Früher kehrten hier vor allem Torfarbeiter und Sommergäste ein, später wurde aus dem traditionellen Wirtshaus Schritt für Schritt ein modernes Speiselokal. Besonders Christinas Vater Johann Daxenbichler, der den Betrieb 1988 übernahm, prägte diese Entwicklung maßgeblich. Trotz aller Veränderungen ist eines geblieben: die persönliche Atmosphäre. „Die Kartenspieler am Freitag kenne ich schon seit meiner Kindheit“, erzählt Christina Brandmaier.
Vom Wirtshaus zur Hoch-
zeitslocation mit Charme
Ein wichtiger Wendepunkt kam im Jahr 2011. Nach ihrer Ausbildung im Hotelfach stellte Christinas Vater ihr eine einfache Frage: „Kommst du jetzt heim oder nicht?“ Christina entschied sich für den Familienbetrieb – und brachte frische Ideen mit nach Hause.
Als das alte Festzelt aufgrund neuer Brandschutzauflagen nicht mehr genutzt werden konnte, entstand 2015 das sogenannte „Salettl“ – ein heller Veranstaltungsraum mit Platz für rund 100 Gäste. Damit wurde der Filzenklas auch zu einer beliebten Hochzeits- und Eventlocation.
Heute schätzen viele Brautpaare vor allem die Kombination aus Natur, Gemütlichkeit und familiärer Atmosphäre. Freie Trauungen am hauseigenen Weiher und Feiern im Grünen machen Hochzeiten hier besonders persönlich. „Wir begleiten unsere Gäste vom ersten Gespräch bis zur letzten Tanzrunde“, so Brandmeier.
Dass der Filzenklas etwas Besonderes ist, liegt vor allem an den Menschen dahinter: Vater Johann steht seit über 35 Jahren als Küchenchef am Herd, die Tante kümmert sich um Desserts und kalte Küche, der Cousin hilft hinter dem Ausschank und selbst die Oma packt noch täglich mit an. Diese Herzlichkeit spüren auch die Gäste. Ein ehemaliger Stammgast, sagte einmal: „Im Himme‘ kannt’s ned scheena sei.“ Ein Satz, an den Christina gerne zurückdenkt.
Kulinarisch bleibt sich der Filzenklas treu. Statt auf Trends setzt man hier bewusst auf ehrliche bayerische Küche und regionale Qualität. Besonders beliebt sind die Wildgerichte, die fast das ganze Jahr über auf der Speisenkarte stehen. Ein Teil des Fleisches stammt aus dem eigenen Hirschgehege und aus der Jagd des Vaters. „Ein Schweinsbraten darf bei uns einfach noch ein richtiger Schweinsbraten sein“, sagt Brandmaier. Knödel und Spätzle werden selbstverständlich hausgemacht. Zum besonderen Charme gehört außerdem das weitläufige Gelände rund um die Gaststätte. Zwischen Weiher, Wiesen und alten Bäumen leben Nandus, Esel, Hirsche, Dexter-Ochsen und Hühner – ein Erlebnis, das vor allem Familien und Hochzeitsgesellschaften begeistert.
Stillstand gibt es beim Filzenklas nicht. Mit Christinas Tochter steht bereits die siebte Generation in den Startlöchern. Trotzdem bleibt die Wirtin bodenständig: „Ich bin einfach froh, wenn’s so weiterläuft wie jetzt. Wir arbeiten viel, aber wir können gut davon leben. Wenn richtig viel los ist und das ganze Haus lebt, bin ich genau in meinem Element“, so Christina. „Ich könnte mir nichts anderes vorstellen. Genau das spürt man im Filzenklas vom ersten Moment an.
Öffnungszeiten:
Donnerstag 15 bis 22 Uhr, Freitag, Samstag , Sonntag und an fast allen Feiertagen 11.30 bis 22 Uhr.
Adresse: Fuchsholz 1, 83104 Tuntenhausen. Um Reservierung wird gebeten unter Telefon 08067/203.