Es war eine der umstrittensten Reformen der Ampelregierung: die Änderung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), womit nachhaltige Heizungstechnologien zur Pflicht wurden. Die neue Bundesregierung will diese Pflicht 2026 wieder abschaffen. Was bei manchen Teilen der Bevölkerung auf Wohlwollen stößt, führt auf der anderen Seite aber auch zu Verunsicherung.
Verringern sich
die Bundesmittel?
Der Wille zu nachhaltigen Heiztechnologien ist weiter groß. So sprechen sich laut einer Umfrage der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online über 80 Prozent der sanierungsinteressierten Hauseigentümer klar für den Ersatz alter Öl- und Gasheizungen durch klimafreundliche Systeme aus. Doch wie ist die aktuelle Förderstruktur, und verringert sich mit einer Aufweichung des GEGs auch die staatliche Unterstützung?
Aus Berlin gibt es in dieser Frage Entwarnung: Eine Änderung des GEG senkt nicht automatisch die staatliche Unterstützung, da die Heizungsförderung separat über das Programm Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG) läuft – und dieses ist laut Bundesregierung bis mindestens 2029 gesichert. Erst wenn Bundestag und Bundesregierung die BEG selbst kürzen oder umbauen, würde die Unterstützung tatsächlich geringer. Aktuell gibt es dazu allerdings keine Signale aus Berlin.
So bestehen weiterhin beim Tausch von fossilen Heizungen hin zu klimafreundlichen Systemen die staatlichen Unterstützungen gemäß des BEG: So gibt es eine feste Grundförderung von 30 Prozent. Für selbstnutzende Eigentümer kommen je nach Fall zusätzliche Boni hinzu, etwa der Geschwindigkeitsbonus und der einkommensabhängige Bonus, wodurch insgesamt eine Förderung von bis zu 70 Prozent der Kosten möglich sind. Zinsvergünstigte Ergänzungskredite komplettieren die staatliche Unterstützung.
Auch weiterhin dürfte der Ausbau von erneuerbaren Technologien vorrangiges staatliches Ziel bleiben. Wie sicher das BEG allerdings ist, hängt auch von externen Faktoren wie etwa den aktuellen geopolitischen Unruhen ab. Gerät der Bundeshaushalt zunehmend unter Druck, könnte dies zulasten von Förderungen gehen. Für Hauseigentümer ist es deshalb womöglich ratsam, ihren nachhaltigen Heizungsaustausch nicht zu lange aufzuschieben.
Christoph Kastenbauer