München – Nach Ostern können alle bayerischen Hausärzte ihre ersten Patienten gegen Corona impfen. Zum Start dürfe jede Praxis bei ihrer Apotheke 18 bis maximal 50 Impfdosen pro Woche bestellen, in den ersten 14 Tagen ausnahmslos von Biontech. Die erste Lieferung solle bis spätestens Mittwoch, 7. April, 12 Uhr, eintreffen, es gebe allerdings keine Garantie für die volle Bestellmenge. Anschließend sollen die Impfdosen jeweils bis Montagnachmittag in den Praxen ankommen. Das geht aus einem Schreiben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung an die Praxen hervor, das unserer Zeitung vorliegt.
Die Organisation des Impfstarts hatte zuvor bei vielen Hausärzten für Unmut gesorgt. Auslöser war die Entscheidung des bayerischen Gesundheitsministeriums, zunächst nur 1700 Pilot-Praxen mit den Impfungen beginnen zu lassen. Sie dürfen bereits morgen und am Gründonnerstag insgesamt 33 600 Patienten impfen. Dafür stelle der Bund Astrazeneca-Impfstoff zur Verfügung, erklärte das Bayerische Gesundheitsministerium.
Mit der Auswahl der Pilot-Praxen hatte das Ministerium die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) beauftragt. Als Auswahlkriterien nannte die KVB auf Anfrage unserer Zeitung unter anderem „eine ausreichende Anzahl Fälle über 70 Jahre (Prioritätsgruppe 2)“ sowie das „Zufallsprinzip“. Die Kriterien seien „banal, intransparent und insgesamt nicht nachvollziehbar“, kritisierten bayerische Mediziner. „Die Entscheidung, ob man geimpft werden kann, darf nicht davon abhängig sein, welchen Hausarzt man hat“, sagte der Münchner Internist Karlheinz Zeilberger unserer Zeitung. bez