Essen – Die Art der Aufnahme von Flüchtlingen kann nach aktuellen Studien des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) Wahlen beeinflussen. Wenn in einer Region mehr Geflüchtete leben, bekämen rechte Parteien wie die NPD, die Republikaner, die Rechte und die AfD mehr Stimmanteile, erklärte das RWI in Essen. Zwei Studien auf Kreis- und auf Gemeindeebene zufolge spielt jedoch die Art der Unterbringung eine große Rolle. Migrationsforscher plädieren deshalb für mehr dezentrale Unterbringungen.
Werden Geflüchtete in zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht, erhielten rechte Parteien sowohl in der betroffenen als auch in angrenzenden Gemeinden mehr Stimmen, erklärte das Institut. Lebten die Geflüchteten hingegen dezentral in Wohnungen, zeige sich kein Effekt.
Gründe für die Stärkung von migrationsfeindlichen Parteien könnten die Sorge vor zunehmender Kriminalität, die Befürchtungen über die Verteilung öffentlicher Güter sowie „auch einfach Fremdenfeindlichkeit“ sein, so das RWI. Eine Analyse auf Kreisebene zeige bei einem Zuzug von Asylsuchenden allerdings auch Zugewinne für migrationsfreundliche Parteien wie die Grünen, erklärte das Institut. Das gelte jedoch nur in Regionen, denen es wirtschaftlich gut gehe. epd