München/Wiesbaden – Der bayerische Lastwagen- und Bushersteller MAN will in Deutschland rund 2300 Stellen abbauen. Das soll dem nun vorgelegten Konzept zufolge über zehn Jahre hinweg und „absolut sozialverträglich“ passieren, wie ein Sprecher sagte. Kündigungen sind nicht geplant. Betroffen sind laut MAN vor allem der Hauptstandort München mit 1300 Jobs, Salzgitter mit 600 und Nürnberg mit 400 Stellen. Im Gegenzug will MAN eine Beschäftigungssicherung und den Erhalt aller deutschen Produktionsstandorte bis 2035 zusichern. Die Gewerkschaft IG Metall spricht von bis zu 3000 gefährdeten Jobs in Deutschland und 2000 in München.
MAN müsse sich dem „anhaltend schwächelnden Truck-Markt in Deutschland anpassen und seine Kostenposition weiter verbessern“, begründet das Unternehmen den geplanten Abbau. Belastend seien hohe Strom- und Arbeitskosten und der steigende Druck der asiatischen Konkurrenz. Das schlage sich auch auf die Rendite nieder. Nach Jahren mit hartem Sparkurs schrieb MAN zuletzt aber wieder solide Gewinne.
Der Auto- und Fahrzeugbau in Deutschland steckt in einer tiefen Krise. Binnen eines Jahres wurden dort fast 50 000 Stellen abgebaut. Mit insgesamt noch 721 400 Beschäftigten Ende des dritten Quartals sei in der Branche ein Tiefstand seit Mitte 2011 erreicht, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Auch in anderen Industriezweigen gingen viele Jobs verloren: im Maschinenbau etwa, der Metallerzeugung und der Kunststoffindustrie. Allein in der Nahrungsmittelindustrie gab es im dritten Quartal 8800 Beschäftigte mehr als ein Jahr zuvor. »WIRTSCHAFT/KOMMENTAR