Lawrow: Europa hat Chance vertan

von Redaktion

Ukraine billigt überarbeiteten US-Friedensplan – Trump: „Einigung sehr nahe“

Moskau – Deutschland und andere europäische Staaten haben aus Moskauer Sicht ihre Gelegenheit verspielt, an einer Lösung für den Ukrainekrieg mitzuwirken. „Ihr hattet eure Chancen, Leute“, sagte Außenminister Sergej Lawrow in Anspielung auf die Minsker Abkommen von 2014/15 und fügte an: „Ihr habt diese Chancen nicht genutzt.“ Jetzt könne von einer Vermittlung durch Berlin und Paris keine Rede mehr sein.

Lawrows Worte werfen einen Schatten auf die aktuellen Friedensgespräche, die sich aus ukrainischer Sicht positiv entwickeln. Man sei sich mit Washington über die wichtigsten Fragen des US-Plans einig, hieß es gestern. Eine ranghohe ukrainische Quelle sagte der Nachrichtenagentur AFP, der neue Entwurf sei „deutlich besser“ für die Ukraine als der alte. Er sehe unter anderem eine größere Truppenstärke – 800 000 statt 600 000 Soldaten – für Kiew vor. Auch US-Präsident Donald Trump äußerte sich gestern positiv: „Ich denke, wir kommen einer Einigung sehr nahe“, sagte er.

Um letzte strittige Details zu klären, soll der US-Sondergesandte Steve Witkoff erneut zu Kreml-Chef Wladimir Putin reisen. Parallel werde Verteidigungs-Staatssekretär Daniel Driscoll sich mit den Ukrainern treffen, betonte Trump. Er selbst werde sich erst mit Putin oder Wolodymyr Selenskyj zusammensetzen, „wenn der Deal zur Beendigung dieses Krieges FINAL ist oder sich auf der Zielgeraden befindet“. Zuvor hieß es, Selenskyj wolle noch diese Woche nach Washington reisen.

Gestern schon trafen US-Vertreter um Driscoll in Abu Dhabi eine russische Delegation, um den neuen Entwurf zu besprechen. Bisher lehnt Moskau jede Änderung am Ursprungstext ab. »POLITIK

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