China-Spione in München gefasst

von Redaktion

Ehepaar soll Militärwissen erschlichen haben – Britische Experten warnen Berlin

München – Ein Ehepaar aus München soll für einen chinesischen Geheimdienst Kontakte an deutschen Hochschulen geknüpft und deutsche Wissenschaftler unter falschen Vorwänden nach China gelockt haben. Am Mittwoch ließ die Bundesanwaltschaft die mutmaßlichen Spione in der bayerischen Landeshauptstadt festnehmen. Bei zehn möglichen Zeugen finden in sechs Bundesländern weitere Maßnahmen statt.

Die Vorwürfe gegen die deutschen Eheleute chinesischer Herkunft wiegen schwer: Um an Informationen zu Spitzentechnologie zu gelangen, die auch militärisch nutzbar ist, sollen sie Kontakte zu Wissenschaftlern an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen aufgebaut haben. Dazu zählten Lehrstuhlinhaber im Bereich der Luft- und Raumfahrttechnik, Informatik oder Künstlichen Intelligenz. Einige von ihnen wurden laut Bundesanwaltschaft unter dem falschen Vorwand nach China gelockt, dort gegen Honorar Vorträge vor einem zivilen Publikum zu halten. „Tatsächlich erfolgten solche Vorträge dann aber vor Angehörigen staatlicher Rüstungsunternehmen.“

Gleichzeitig warnen britische Experten davor, dass China versuche, die deutsche Industrie zu zerstören. Einem Bericht des Centre for European Reform zufolge setzt Peking deutsche Schlüsselindustrien und gezielt auch den Mittelstand mit einer aggressiven Exportpolitik unter Druck. Gleichzeitig werden deutsche Produkte in China angesichts manipulierter Wechselkurse und unterdrückter Nachfrage seltener gekauft. Ohne besseren Schutz vor staatlich geförderten China-Exporten stehe Deutschland eine Deindustrialisierung bevor.

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