München – Die bayerische Landeshauptstadt wird weiterhin viele Menschen anziehen und damit den Trend der vergangenen zwei Jahrzehnte bestätigen. Das geht aus einer neuen Prognose hervor, die das Münchner Statistikamt jetzt veröffentlicht hat. Die Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2045 rund 1,83 Millionen Menschen in der Stadt leben werden. Das entspricht einem Plus von mehr als 200.000 Bürgern – aktuell gibt es rund 1,604 Millionen Münchner. Der Zuzug wird auch Auswirkungen auf das gesamte Umland haben.
Dieser Anstieg um rund ein Siebtel (14 Prozent) wird sich nach Einschätzung der Fachleute nicht gleichmäßig über alle 25 Viertel verteilen. Stattdessen dürfte der Zuzug logischerweise vor allem die großen Neubaugebiete betreffen – beispielsweise Freiham im Westen der Stadt. Dies werde sich auf die Altersstruktur in den Bezirken auswirken. Hintergrund: Zuzug von außen verjüngt in der Regel das Durchschnittsalter im Viertel, weil üblicherweise junge Leute und Familien kommen.
Die Bevölkerungsprognose ist deshalb auch ein wichtiger Anhaltspunkt für die Stadtplanung – zum Beispiel wenn es um die Frage geht, wo Kindertagesstätten, Grundschulen oder Alten- und Servicezentren gebaut werden sollen. Für die Stadtpolitik gilt das erwartete weitere starke Wachstum als Herausforderung, da die Infrastruktur vielfach schon jetzt an der Belastungsgrenze ist.
Für einige Münchner Stadtviertel werden aber auch stagnierende Einwohnerzahlen oder sogar leichte Bevölkerungsrückgänge erwartet. Dabei handelt es sich um bereits stark verdichtete Bezirke wie die Innenstadt und angrenzende Viertel. »KOMMENTAR