Kraiburg – Fritz Köhler aus der Kirchenstiftung Christkönig Waldkraiburg ist ab 1. Januar 2018 der Chef des neuen katholischen Kita-Verbundes: Er hat dadurch sechs Einrichtungen und etwa 135 Mitarbeiterinnen unter seinen Fittichen (wir berichteten). In Kraiburg trifft das auf die Familienbrücke St. Severin zu; hier ist der Träger die Kirche. Die Römerzwergerl sind nicht betroffen (Anm. d. Red.).
Die Verwaltung und die förderrechtliche Abwicklung werden nun von Waldkraiburg aus geregelt. Was wie bisher bleibt: Jede Kita im Verbund wird mit einem eigenen Haushalt und eigener Jahresrechnung erfasst und im Rahmen der Förderung auch einzeln abgerechnet.
Laut Vertrag wird die bestehende Defizitvereinbarung übernommen. An den Vereinbarungen zwischen Gemeinde und Trägerin (Kirche) ändert sich nichts. Die Kirchenverwaltung hat das Vertragswerk bereits gebilligt, die stiftungsaufsichtliche Genehmigung der Erzbischöflichen Finanzkammer liegt auch schon vor.
Im Gemeinderat ging es darum, der Vertragsübernahme für die Betriebsträgerschaft durch die Kirchenstiftung Christkönig zuzustimmen. Eine Formalie – diskutiert wurde dennoch.
„Was bringt uns das, und was kostet es?“, fragte Werner Schreiber (CSU). Laut Bürgermeister Herbert Heiml koste das Konstrukt die Gemeinde nichts; „es soll uns ja entlasten“.
Elternbeiträge
bleiben gleich
Petra Jackl (CSU) wollte wissen, ob sich die Einrichtungen innerhalb des Verbundes personell aushelfen. Heiml sagte, dies wäre wünschenswert; explizit festgehalten sei dies im Vertrag nicht. „Wenn die untereinander Bewerbungen weitergeben, halte ich das für eine gute Idee“, so der Bürgermeister.
Im Kindergarten Kraiburg sei eine Vollkraft ausgefallen, nachdem eine neue eingestellt wurde, war das Problem vom Tisch, informierte er am Rande. „Was ist aus Frau Thomas geworden?“, wollte Anneliese Schuster (CSU) wissen. Thomas habe sich bisher in Teilzeit um die Verwaltung gekümmert. Laut Heiml werde Thomas im Mitarbeiterpool mitgeführt.
Gerhard Preintner (UWG) hakte nach, ob die Pfarrei Kraiburg jetzt nichts mehr mitzureden habe. Heiml erklärte, das Mitspracherecht bleibe durch den Defizitvertrag, vor allem bei „kostenintensiven Dingen müssen wir drauf schauen“.
Erich Unterforsthuber (UWG) bezweifelte, dass die Verwaltung durch dieses Konstrukt günstiger werde. „Dafür wurde ja eigens eine Kraft eingestellt, die muss ja bezahlt werden. Wie verteilt sich das auf die Gemeinden?“, wollte er wissen.
Laut Heiml berechne sich der Schlüssel über die Anzahl der Kinder im verwalteten Kindergarten.
„Frau Thomas war doch eine günstige Lösung – auch wenn die am Rande der Kapazitätsgrenze war“, wie Unterforsthuber einräumte.
Heiml hielt dagegen, der Träger sei nun mal die katholische Kirche und „die waren sich einig“. Er halte es „langfristig für eine gute Sache, auch wenn es anfangs eventuell etwas teurer wäre“.
Jackl sagte, es wäre gut, wenn die Einrichtungen untereinander freie Krippenplätze vermitteln, wenn es zum Beispiel in einer Gemeinde keine mehr gibt. Auch wenn die Bürgermeister der Kommunen das nicht so gerne sehen. Laut Schreiber stehe das so in dem Vertrag. Schuster resümierte, „wir müssen den Weg mitgehen oder uns einen anderen Träger suchen“.
Adrian Hilge (SPD) fragte, ob die Erzieherinnen zwischen den Standorten hin- und her geschoben werden können. Heiml verneinte, denn die seien bei den einzelnen Kitas angestellt. Regina Göbl (CSU) wollte wissen, ob die Beiträge, die die Eltern zahlen, gleichbleiben oder teurer werden. Heiml erklärte, dies bleibe Gemeindesache und sei über den Defizitvertrag geregelt.