Waldkraiburger Wochenschau

Staad und besinnlich

von Redaktion

Die kuriose Nachricht dieser Woche war sicherlich der Bericht über Pfarrer Martin Garmaier, der tanzen kann wie der Teufel und damit einen Wettbewerb gewonnen hat. Auch wenn er jetzt Pfarrer in Erding ist und dort die Gemeinde aufmischt, ist es schön, zu hören, dass er seinem Stil als „cooler Geistlicher“ treu bleibt.

Ebenfalls für Aufsehen sorgte die Polizeimeldung über einen Mercedesfahrer, der zur Rush Hour am Nikolaustag im Schulzentrum in Wild-West-Manier zwei Männer verletzte. Wenn die Schule aus ist, wird es hektisch auf der Straße und sehr, sehr voll. Zwei Männer vom Alpenverein regelten an ihrem Kletterzentrum den Verkehr auf dem dazugehörigen Parkplatz, auf dem momentan Bauarbeiten gemacht werden. Sie „sperrten“ die Zufahrt mit einer Holzpalette ab. Das passte einem Autolenker nicht, er fuhr einfach über die Palette, schob einen der Kletterer mit seinem Auto weg und fuhr dem anderen über den Fuß. Ob er ein wild gewordener Krampus war – wer weiß. So ein Kramperl steht ja ohnehin nicht für das Stade und Besinnliche in der Vorweihnachtszeit. Die Figur ist eine Schreckgestalt, die unartige Kinder bestrafen soll – und hat eigentlich auch nichts Christliches an sich. Denn wie auch andere dämonische Gestalten des Alpenraumes stammt der Kramperl aus der vorchristlichen Zeit. Jetzt bekommt der ausgetickte Mann Ärger. Zwar nicht vom Nikolaus, dafür von der Justiz.

Vielleicht war der Mann ja gerade durch die Vorweihnachtszeit so gestresst. Dann wird ihn aber auch ein Haferl Glühwein und ein Baumstriezl, auch wenn der noch so lecker ist, nicht runterholen. Schade, wo es doch schon unübersehbar weihnachtet und die Menschen sich vertragen sollen – das empfiehlt die Weihnachtsbotschaft schließlich im erweiterten Sinn.

Sehr weihnachtlich dürfte es aber auch den städtischen Gremien derzeit nicht zumute sein. Ein Blick ins Finanzsäckel und auf den Investitionsstau kann einem die Stimmung schon verhageln. Draußen leuchten und glitzern die Lichterketten und Sterne, und drinnen, in den Ausschüssen, blinken die Alarmleuchten. Der Unterhalt vom Haus der Kultur verursacht bei so manchem Katerstimmung, denn jetzt werden 420000 Euro für die Notbeleuchtung fällig. Stromkosten noch nicht gerechnet.

AKW – bundesweit steht diese Abkürzung für ein Auslaufmodell, energiepolitisch. Atomkraftwerke werden nämlich bald abgeschaltet. AKW – in und um Waldkraiburg ist das ein Zukunftsmodell, kirchenpolitisch. Im Kindertageseinrichtungsverbund AKW (Aschau-Kraiburg-Waldkraiburg) werden künftig alle katholischen Kitas aus diesen Pfarrverbänden gemeinsam verwaltet. Und weil für diesen AKW in den Gremien der Pfarreien fast genauso viel Überzeugungsarbeit zu leisten war, wie für den Atomausstieg, haben Pater Stiegler und Fritz Köhler, der den AKW künftig leitet, einen gut katholischen Vorsatz gefasst: Wenn alles in trockenen Tüchern ist, gehen sie gemeinsam auf Wallfahrt. Mit dem Radl nach Altötting. Zur „Lieben Frau“, die sehr wahrscheinlich auch ein Herz für geplagte Kirchenverwaltungsreformer hat.

Ein großes Herz hat auch das neue Christkindl Chiara Molter. In ihrer Rede warb sie für Freundlichkeit und Wärme in einer kalten Gesellschaft. Ihre Lieblingszeit ist übrigens die Weihnachtszeit – wie sollte es anders sein? Mit einem besonderen Anliegen kam Dritte Bürgermeisterin Inge Schnabl (Bild) als Vorsitzende von Sterntaler in die Redaktion. Ein anonymes Heinzelmännchen hatte „für bedürftige Kinder“ 25 handgehäkelte Puppen und Figuren gestiftet. Inges Appell: „Gute Fee, melde dich, ich will mich bedanken.“ Was für eine nette Adventsgeschichte!Andrea Klemm/Hans Grundner

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