Waldkraiburg – Der Haupt- und Finanzausschuss hatte den Antrag aus der SPD-Fraktion bereits mit klarer Mehrheit abgelehnt. Im Stadtrat erlitt der Vorstoß, ein neues Konzept für den Stadtbus zu entwickeln, erwartungsgemäß das gleiche Schicksal. Drei Stimmen gab es dafür, alle anderen dagegen.
Stadtrat Alexander Will (SPD) hatte dafür geworben, einen Arbeitskreis zu bilden, um ein zukunftsorientiertes Konzept zu entwickeln. Mit dem Zuzug, der in den nächsten Jahren zu erwarten sei, kommen Menschen, „die es gewohnt sind, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen“. Dafür sei das Angebot zu gering, es brauche ein attraktiveres Angebot. Will brachte ein Ein-Euro-Ticket am Tag ins Gespräch. Dies würde eine bessere Auslastung des Stadtbusses bringen.
Die Mehrheit unterstützt den Antrag aus der SPD nicht. Bürgermeister Robert Pötzsch ist froh, dass die Stadt mit der Firma Hinmüller einen Partner hat, der den Stadtbus eigenwirtschaftlich fährt. „Daran werden wir nicht rütteln.“
Auch CSU-Fraktionssprecher Anton Sterr lobte die Firma, die die unternehmerische Entscheidung getroffen habe, die Konzession für zehn Jahre zu erwerben. Das Unternehmen löse damit ein Problem der Stadt und leiste gute Arbeit. „Wir sehen keinen Handlungsbedarf.“ Auch die Bustickets seien nicht überteuert.
Selbst SPD-Fraktionssprecherin Susanne Engelmann distanzierte sich von dem Antrag und stellte sich hinter das Konzept der Firma Hinmüller. Das Unternehmen „hat unser vollstes Vertrauen“. Um die aktuelle Situation des Nahverkehrs zu illustrieren, verwies sie auf Haltestellen, „wo keiner einsteigt“, und kleine Stadtbusse, „wo keiner drin sitzt“.
UWG-Sprecher Frieder Vielsack sprach das autonome Fahren an. Schon in einigen Jahren werde dies zu fundamentalen Veränderungen führen. Es sei derzeit nicht absehbar, wie sich dadurch der ÖPNV verändert.hg