„Ich bin sehr enttäuscht“

von Redaktion

Interview zu Bürgerentscheid mit Bürgermeister Pötzsch

Waldkraiburg – Aschau hat abgestimmt, und Aschau hat, wenn auch mit denkbar knapper Mehrheit gegen das interkommunale Freibad-Projekt zusammen mit Waldkraiburg gestimmt. Sechs Stimmen gaben den Ausschlag. Was sagt Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch zu diesem Ergebnis? Und was bedeutet es für die Zukunft des Waldbades, beziehungsweise eine Freibades für die Waldkraiburger? Das wollten wir gestern Abend im Interview erfahren.

Herr Bürgermeister Pötzsch, sechs Stimmen haben dem interkommunalen Freibad-Neubau gefehlt. Wie groß ist Ihre Enttäuschung?

Natürlich bin ich sehr enttäuscht. Ich bedauere es sehr, dass die Chance nicht ergriffen worden ist, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Dieses interkommunale Bad wäre etwas Zukunftsweisendes gewesen. Aber so ist Demokratie. Wir müssen dieses Ergebnis akzeptieren.

Sie waren zuletzt sehr zuversichtlich, dass viele Aschauer das interkommunale Projekt unterstützen. Woran hat es Ihrer Meinung nach gelegen, dass es doch nicht ganz gereicht hat?

Ja, ich war tatsächlich sehr positiv eingestellt. Zuletzt hatte es gut ausgesehen, weil die Befürworter des Bades sich auch öffentlich zu Wort gemeldet und ihre Argumente vorgetragen haben. Woran es am Ende lag, das ist eine Stunde nach Schließung des Abstimmungslokals sehr schwer einzuschätzen.

Ist mit diesem Ergebnis der Neubau des Bades endgültig vom Tisch?

Das würde ich so noch nicht sagen. Entschieden ist, dass Aschau nicht mitmacht. Der Stadtratsbeschluss, einen Neubau gemeinsam mit Aschau zu verwirklichen, hat sich damit erledigt. Beschlusslage ist aber nicht, dass wir in diesem Fall automatisch das Waldbad am Standort sanieren. Wir haben nach wie vor die Ausgangssituation, dass wir sehr viel Geld in eine Sanierung stecken müssten. Und: Das alte Waldbad im Bestand zu sanieren, ist aus meiner Sicht wegen der hohen Unterhaltskosten derzeit gar nicht möglich.

In den Diskussionen vor dem Bürgerentscheid in Aschau war immer wieder auch die Befürchtung geäußert worden, dass es am Ende gar kein Freibad mehr gibt, wenn das interkommunale Projekt scheitert. Kann es am Ende tatsächlich so weit kommen?

Wir werden schauen müssen, was wir ohne die Beteiligung des Partners Aschau auf die Beine stellen können.

Wie geht es also weiter?

Wir werden mit dem Thema wieder in die Stadtratsgremien gehen müssen und neu darüber beraten.

Wann?

Die nächsten Sitzungen sind schon Mitte, Ende Januar. Ob es da schon auf der Tagesordnung stehen kann, kann ich noch nciht sagen.