Mesnerin mit Leib und Seele

von Redaktion

Maria Prucha feierte ihren 85. Geburtstag

Taufkirchen – Seit 85 Jahren lebt Maria Prucha neben dem Sonhamer St.-Georgs-Kircherl in ihrem Elternhaus. Und so war es selbstverständlich, dass sie nach dem Tod ihrer Eltern das Mesneramt für dieses Kleinod übernommen hat und bis heute ausführt.

Kürzlich feierte die Mesnerin, die als Maria Wimpersinger zur Welt kam, den 85. Geburtstag. Sie wuchs mit zwei Schwestern und zwei Brüdern auf. Nach der Schulzeit erlernte sie die Näherei und ging mit ihrer Lehrmeisterin „auf d`Stör“. Später wechselte sie in die Handschuhfabrik Fischer in Waldkraiburg. „Jeden Tag bin i mit dem Radl in die Arbeit gfahrn, die Straßen waren damals noch nicht geteert“ erinnert sie sich.

Im Jahr 1959 trat sie mit Julius Prucha, er stammte aus Graslitz, an den Traualtar, Sohn Erich und Tochter Marianne vervollständigten das Eheglück. Neben der kleinen Landwirtschaft trug ihre Heimarbeit zum Lebensunterhalt der Familie bei.

Seit im Jahr 2011 ihr Gatte starb, lebt sie wohlumsorgt von ihrer Tochter im eigenen Haushalt. Pfarrvikar Emmeran Hilger gratulierte der „dienstältesten“ Mesnerin im Namen der Pfarrei. Stolz ist die Jubilarin auch auf die schriftlichen Glückwünsche von Ministerpräsident Söder und Landrat Huber. Mit ihrer Familie, den Nachbarn und Nichten feierte sie Geburtstag. Alle wünschten der „Mesner Marie“ natürlich noch viele Jahre.

Bis zu einem schweren Sturz in diesem Sommer stand das Mittags- und Abendläuten auf ihrem Tagesprogramm, aber auch bei Gewittern galt das Läuten der Kirchenglocken als Schutz für den Weiler Sonham.

Fast entschuldigend meinte sie an ihrem Geburtstag: „S`Läuten geht no net ganz, i hobs scho probiert aber de Kraft lässt zu wünschen übrig.“fim

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