Waldkraiburg und die Welt – Die Stadtbücherei schafft die Leihgebühren ab. Der Stadtrat verspricht sich von dieser Entscheidung höhere Ausleihzahlen. Das berichtet die Zeitung in der Woche vor 50 Jahren.
In einigen anderen oberbayerischen Städten hatte dieser Schritt bis zu einer Vervierfachung der Ausleihzahlen geführt. Die Stadt hatte bis 1968 jährlich tausend Mark an Ausleihgebühren eingenommen.
Mit vielen Ehrengästen wird die neue Raiffeisenbank in der Graslitzer Straße eingeweiht. Die Bank ist aus dem 1899 gegründeten Darlehenskassenverein Pürten/Fraham hervorgegangen. Mit der Eröffnung der neuen Geschäftsstelle ist Waldkraiburg zum Hauptsitz geworden. Die Genossenschaft behält ihre Zweigstellen in St. Erasmus und Jettenbach.
Die erste Million
für das Rathaus
Der Stadtrat verabschiedet den Haushalt für das Jahr 1969. In dem Zehn-Millionen-Etat sind unter anderem eine Million Mark für den Rathaus-Neubau (erster Bauabschnitt) und 600000 Mark für eine neue Volksschule mit Turnhalle veranschlagt.
Der Eislaufplatz am Festplatz ist eröffnet. 200 Schlittschuhläufer tummeln sich am ersten Sonntag auf der Fläche.
Der evangelische Kindergarten wird zum 1. Januar 1969 auf 70 Kinder erweitert. Die katholische Kirche beginnt im Frühjahr 1969 mit dem Neubau eines Kindergartens (35 Plätze) und eines Horts. Die Zahl der Hortplätze wird damit von 30 auf 80 erhöht.
Für 30000 Mark modernisiert die Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft die Gemeinschaftsantennen in ihren älteren Wohnblöcken. Viele Bewohner konnten in diesen Häusern lange nur Rundfunksendungen und das Erste Fernsehprogramm empfangen.
Dem neu gewählten Vorstand des Juniorenkreises „Inn-Salzach“ der Industrie- und Handelskammer gehören mit Walter und Uli Lode sowie Fritz Schmidt drei Waldkraiburger an.
Erich Kozel, Günther Auer und Herbert Schopf werden an die Spitze der Katholischen Jugend Waldkraiburg gewählt.
Bei der Schulsparkassenentleerung durch die Stadtsparkasse sind an den Waldkraiburger Volksschulen fast 18000 Mark zusammengekommen. Fast 33 und 47 Prozent der Schüler beteiligen sich in den verschiedenen Schulen am Schulsparen. Die Schulen sind verpflichtet, die Kinder und Jugendlichen über die Bedeutung des Sparens zu belehren.
Riesenwirbel um Zusammenlegung
der Standesämter
Die Bürgermeister im Landkreis laufen Sturm gegen die geplante Zusammenlegung der Standesämter. Landrat Weggartner bittet daraufhin die Regierung darum, die Zusammenlegung auszusetzen. Für großen Unmut bei den Kommunalpolitikern hatte gesorgt, dass die Landkreise Mühldorf und Altötting vorgeprescht waren und als einzige einen kompletten Plan zur Neuorganisation in München eingereicht hatten.
Zeitgleich wird bekannt, dass die Reform, die ursprünglich am 1. Januar 1969 in Kraft treten sollte, landesweit gestoppt wurde. Bis 1970 sollen die Standesämter neu geordnet werden. In der Landeshauptstadt ist bereits ein noch radikalerer Plan im Gespräch, wonach alle Kommunen die Aufgaben der Standesämter dann zentral an die Landkreisverwaltungen abgeben müssen. hg