Zeit war nicht reif

von Redaktion

Bürgerentscheid Freibad

Aschau hat abgestimmt. Und es ist ausgegangen wie erwartet, wie befürchtet: Es wurde knapp, sehr knapp! Sechs Stimmen gaben am Ende den Ausschlag gegen die Beteiligung der Gemeinde Aschau an einem interkommunalen Freibad-Projekt mit Waldkraiburg.

Verständlich die Enttäuschung bei Aschaus Bürgermeister und seinem Waldkraiburger Amtskollegen. Absolut nachvollziehbar, dass sie einer großen Chance nachtrauern. Doch sie müssen akzeptieren, dass die Zeit nicht reif war, noch nicht reif ist dafür, dass sich Gemeinden nicht nur bei Abwasser oder Standesämtern zusammentun, um Kosten zu senken und Aufgaben zu lösen. Sondern auch bei einem Großprojekt wie diesem.

Das Ergebnis, dafür gebührt den Aschauern Respekt, ist belastbar. Über 52 Prozent Wahlbeteiligung bei einem Bürgerentscheid, das ist aller Ehren wert. Hätten die Bürger in der Nachbarstadt doch im Mai ähnlich zahlreich abgestimmt!

Jetzt ist der Ball nach Waldkraiburg zurückgespielt, fällt gewissermaßen wieder dem Stadtrat vor Füße. Der muss nun versuchen, das Beste aus dem Ergebnis zu machen. Hoffentlich weniger konfrontativ und ehrlicher als in der ersten Runde im Frühjahr. Alle verantwortlichen Kräfte werden den Bürgern sagen müssen, dass die Stadt die Maximallösung – das Waldbad so wie bisher nur ganz neu – nicht finanzieren kann. Doch zwischen dieser Maximalvariante und dem Aus für ein Freibad in Waldkraiburg gibt es noch Lösungen, an denen sich arbeiten lässt.

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