„Jetzt kimmt die heilig Weihnachtszeit“

von Redaktion

Kleine, aber recht rührige Kuratiegemeinde St. Josef Aschau-Werk veranstaltete Adventssingen

Aschau – Sie hat eine kleine, aber recht rührige Kirchengemeinde, die Kuratie St. Josef in Aschau-Werk, die auch in diesem Jahr zum Adventssingen eingeladen hatte. Nach dem Gottesdienst füllte sich der Altarraum mit fünf weitum bekannten Musikgruppen, vor allem als Reminiszenz an den verstorbenen Peter Schmidt, der recht gerne mit ihnen gesungen und gelesen hatte.

Durch seine Frau Trautschi und den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Günther Manz lebt dieser gute Brauch zur Freude der zahlreichen Liebhaber traditioneller bayerischer Volksmusik weiter.

Das Garser Bläserquintett eröffnete die harmonische Stunde im fast familiären Rahmen, dem der Landler der Kraiburger Nachliachtlmusi mit Gitarre, Harmonika und Zither folgte. Mitorganisatoren Englbert Kölbl und Trautschi Schmidt leiteten als Moosbauer Zwoagsang mit „Jetzt kimmt die heilig Weihnachtszeit, jetzt seid’s nur alle still“ ein in die biblische Geschichte und ihre Botschaft.

Günther Manz rezitierte in seiner Lesung aus den Betrachtungen des 1973 verstorbenen Pongauer Schriftstellers Karl Heinrich Waggerl, dessen Meinung über die stillste Zeit im Jahr: „Bei jeder Trübsal geht auch immer wieder ein Stern auf!“

Das kräftig freudige „Rorate“ der Kraiburger Fischerbuam antwortete mit demselben Motto: „Freut euch, ‚s wird a kloans Wunder gschehn!“, was die beschwingt zarte Melodie der Garser Stubnmusi und das feine Akkordeonspiel Karl Schreiers gefühlvoll unterstrichen.

Zeit wurde es für das Moosbauernduo mit „Jetzt fangen wir zum Singen an“, mit dem sie sich auf Herbergssuche begaben. Nach der Schilderung des beschwerlichen winterlichen Kirchgangs von Waggerl und dem musikalischen Aufleuchten der „Nachl-iachtl“ verkündete der Fischer-Dreigesang die Engelsbotschaft „Vor mir brauchst di net fürchtn, Maria, hör mi an“, dem der sanfte Landler der Garser und die Moosbauern mit der Verkündung des Steuerboten folgte: „Nach Bethlehem, da miass ma hi!“

Beinahe mitspüren konnte man anschließend die Geschäftigkeit in der adventlichen Waggerl-Küche mit ihren köstlichen Gerüchen nach Bratäpfeln und Zimt. Besinnlichere Stimmung verbreiteten danach die Nachliachtl und die Stubnmusi, bis die Fischerbuam die Beschwerden Josefs bei der Herbergssuche schilderten: Keiner lässt ihn ein, weil man ihm seine Heiligkeit nicht ansieht. Wohltuend zart das anschließende Akkordeonstück, bis Günther Manz schilderte, wie sich in der unmusikalischen Waggerl-Familie der kleine Karl wundert über die grünen Fichtenblätter am Tannenbaum.

In einem letzten Block noch einmal der Moosbauer Zwoagsang, der den Himmel leuchten lässt mit „Auf, auf, es is scho Tag“, der Fischer Dreigesang verkünden kann: „Ein Wunder hat si zuatragn, sogar d’Engl hupfan in d’Höh“ und Günther Manz erinnerte: „Wir rennen und rennen in dieser Vorweihnachtszeit und vergessen dabei beinahe, dass Jesus geboren wurde.“ Fast spürbar zum Abschluss, wie sich beim gemeinsam gesungenen Andachtsjodler so etwas wie Gemeinschaftsgefühl einstellte.

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