Waldkraiburg – Dass ihr Leben nicht immer einfach war, erzählen die beiden rüstigen Senioren den Gästen in einer gemütlichen kleinen Feierrunde, zu der auch Bürgermeister Robert Pötzsch gekommen ist, um dem Ehepaar zur diamantenen Hochzeit zu gratulieren.
Aufgewachsen sind die beiden in der Gemeinde Semlac, im Kreis Arad in Rumänien. Bei einem Dorffest im Sommer 1958 kamen sie einander näher. „Wir wohnten in der gleichen Straße und kannten uns schon lange“, erzählt Elisabeth Tyurovschi strahlend. „Dann ging es ganz schnell.“
Noch im Dezember des gleichen Jahres wurde in einer deutschen Kirche geheiratet. „Es war keine pompöse Hochzeit, wie man es heute kennt, sondern sehr einfach und klein gehalten. Alles was wir hatten, waren zwei Teller und zwei Tassen. Das war der Start in unsere gemeinsame Zukunft“, setzt sie fort.
Seit 25 Jahren in Waldkraiburg
Ihr Mann arbeitete damals als Pferdekutscher und sie als Arbeiterin in der Landwirtschaft. Mit dem hart verdienten Geld kauften sie sich ein Haus in ihrem Heimatdorf, wo sie ein bisschen Landwirtschaft betrieben. „Wir waren Selbstversorger und hatten nicht viel, aber wir waren glücklich“, erzählt sie.
Im Jahr 1991 beschloss die Familie, nach Deutschland auszusiedeln. Lediglich mit ein paar Koffern bepackt, führte sie ihr Weg zuerst nach Egglfing bei Bad Füssing, danach nach Waldkraiburg, wo sie seit nunmehr 25 Jahren leben. In ihrer neuen Heimat arbeitete er noch viele Jahre als Hausmeister und sie als Reinemachefrau.
Und, was ist das Geheimnis ihrer Liebe? Das Ehepaar ist sich einig: „Das Allerwichtigste ist, dass man in guten wie in schlechten Zeiten immer fest zusammenhält und einander treu bleibt.“ Sparsamkeit und Bescheidenheit brauche es, um die schweren Zeiten besser meistern zu können. „Und man muss hart arbeiten, um sich etwas aufzubauen. Nicht verschwenderisch sein.“ Ganz wichtig sei vor allem auch die Familie. „Die gibt einander Kraft.“