Waldkraiburg/Mühldorf – Einen alkoholfreien Lebensraum bietet die Selbsthilfegruppe des Blauen Kreuzes für Suchtmittelabhängige und deren Angehörige an. Jeden Montag trifft sich die Gruppe im Haus am Ölberg im evangelischen Gemeindezentrum in Waldkraiburg. 2018 besuchten die 48 Gruppenstunden durchschnittlich 16 bis 18 Teilnehmer. So Gottfried Menzel, der Ortsvorsitzende und Gruppenleiter, in einer Bilanz für das zu Ende gehende Jahr.
Menzel: „Wir bieten in unserer Gruppe einen alkoholfreien Lebensraum an, der Menschen mit ähnlichen Erfahrungen in einer Suchterkrankung verbindet.“ Hinter einer Sucht stehe meistens eine lange Lebens- und Leidensgeschichte.
Am Anfang sei der Suchtmittelkonsum scheinbar noch harmlos. Oft unbemerkt entstehe eine Abhängigkeit, die eine eigene Dynamik annimmt, zur Belastung wird, die Lebensqualität einschränkt und schließlich das Leben zerstört.
Auf jeden Abhängigen kommen erfahrungsgemäß vier bis fünf Angehörige, die unter der Sucht leiden, so Menzel weiter. „Sucht betrifft die ganze Familie.“ Die Angehörigen übernehmen Verantwortung für den Suchtkranken, schützen ihn vor den Folgen der Erkrankung und stellen ihre eigenen Bedürfnisse oft bis zur eigenen Selbstaufgabe zurück.
Das kann bei den Angehörigen eigene psychische und psychosomatische Probleme auslösen. Deshalb ist es dem Blauen Kreuz so wichtig, gerade die Betroffenen im Umfeld, Partner, Kinder, Verwandte zu begleiten und zu unterstützen.
Ein weiterer Bereich, dessen sich die Selbsthilfegruppe angenommen hat, ist die Betreuung von Personen, die sich nach einem Führerscheinverlust auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung vorbereiten. Im Vordergrund steht dabei die Aufklärung. Der Betroffene muss lernen, sich selbstkritisch mit der Alkohol- und Drogenproblematik auseinander zu setzen.hg