Haag – Wenn der Landkreis nächstes Jahr plane, von 14. Mai bis 10. August die Fahrbahndecke der Mühldorfer Straße zu sanieren, sollten, so der Antrag der CSU, die Beleuchtung, Gehwege, Parkplätze überplant und erneuert werden. Wenn das zu schnell ablaufe, ergänzte Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler), könne man beim Landkreis nachfragen, ob die Maßnahme nicht ein Jahr verschoben werde.
Der Ausbau des Landkreises sei bereits im Bauprogramm, so Bürgermeisterin Sissi Schätz. Die Gemeinde dagegen benötige für den Ausbau eine Ortsplanung und die integrierte Verkehrsplanung liege auch noch nicht vor. Das brauche mehr Zeit: „Man kann nicht einfach etwas anfangen“, stellte die Bürgermeisterin fest, die zudem für den schnellen Ausbau keine Notwendigkeit sieht. Dagegen sprächen die Prioritäten. Die Mühldorfer Straße sei schließlich in eine „wünschenswerte“ und nicht in eine „vordringliche“ Maßnahme eingeordnet.
CSU-Chef Ludwig Schletter verwies darauf, dass zu den Häusern am Straßenende kein Gehsteig führe: „Das darf doch nicht sein, dass man keine Zeit hat.“ Zudem warnte er davor, an eine finanzielle Ablöse durch den Landkreis zu denken. Die Erfahrungen damit seien für die Münchener Straße ernüchternd ausgefallen. Der Ausbau müsse mit dem Landkreis solide abgewickelt werden: „Die Mühldorfer Straße war auch B12.“
Zur Beschaffenheit des Untergrunds fragte Uli Herzog (CSU) nach. „Der Unterbau ist solide“, bestätigte Andreas Grundner, Leiter des Bauamts. Der Untergrund sei geprüft worden, sodass man darauf nach dem Abfräsen eine 24 Zentimeter dicke massive Asphaltschicht aufbringe.
Der Landkreis beabsichtige keinen Neubau, erläuterte Schätz dazu. Die Gemeinde schlage als Kompromiss begleitende Maßnahmen vor. Eine Anpassung an die Münchener Straße sei aufgrund der verschiedenen Breiten nicht einfach. Die Kompromisslösung betreffe in erster Linie Gehsteige und eventuelle Schutzstreifen. Vorteilhaft sei hierfür eine Prüfung der verkehrs- und bauplanerischen Voraussetzungen.
17 gegen zwei Stimmen für den Kompromiss
So sprach sich der Gemeinderat mit 17 gegen zwei Stimmen gegen den beantragten sofortigen Ausbau aus und befürwortete die „reduzierte Sanierung“ mit einem Gehweg vom „Schex“ („Taj Mahal“) bis zur Hausnummer 12 und einem Gehsteig von Nummer 18 bis an das Ortsende, eine Überquerungshilfe, die Erneuerung der Straßenlampen, die Vorbereitung der Erdverkabelung von Hausanschlüssen durch die Kraftwerke und die Prüfung zu Schutzstreifen.
Bernd Katterloher (CSU) und Uli Herzog forderten extra noch einmal, den Breitbandausbau für die Mühldorfer Straße nicht unberücksichtigt zu lassen.