Beunruhigung über Hautausschläge

von Redaktion

Mittelschüler klagen über Juckreiz: Stadt und Gesundheitsamt forschen nach Ursache

Wasserburg – Blasen, Ausschläge, Juckreiz, ein Arm, der vom Ellbogen bis zum Handgelenk angeschwollen war: Mit solchen Hautproblemen ist vor den Weihnachtsferien die Enkeltochter von Josi Preußler aus der Schule heimgekommen. Die Mutter fuhr mit dem Kind zur Hausärztin, die eine Salbe und Umschläge verschrieb. Abends waren die Blasen und Ausschläge verschwunden. Doch das Thema ist für die Familie noch nicht vom Tisch. Die Oma möchte angesichts der Tatsache, dass mehrere Sechstklässler betroffen waren, wissen: „Was war da los?“

Das kann Rektorin Maria Albert noch nicht sagen. „Wir sind dran und bemühen uns intensiv gemeinsam mit der Stadt und dem Gesundheitsamt um Klärung der Ursachen“, sagt sie. Die Zimmer der betroffenen sechsten Klassen seien vorsorglich bis auf Weiteres gesperrt, die Schüler in andere Räumlichkeiten ausgelagert worden.

An der Wandfarbe liegt es nicht

„Stimmt es, dass die Klassenzimmer in den Ferien gestrichen worden waren und das als ein Grund für die Hautauffälligkeiten in Frage kommt?“, möchte Josi Preußler wissen. Gestrichen wurde in den Allerheiligen-Ferien in der Tat, bestätigt Robert Mayerhofer für den Sachaufwandsträger, die Stadt Wasserburg. Der Leiter des Liegenschaftsamtes im Rathaus betont jedoch, dass die Überprüfung der Unterlagen der verwendeten Wandfarbe nichts Auffälliges ergeben habe. Gestern kam die Nachricht vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) dass die verwendete Wandfarbe als Ursache definitiv auszuschließen ist.

Das Gesundheitsamt Rosenheim ist noch bei der Ursachenforschung. „Im Moment können wir nicht genau sagen, woher die Symptome der Schüler kamen. Wir versuchen derzeit, verschiedene Möglichkeiten abzuklären. Das Gesundheitsamt Rosenheim hat hierfür das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit um Unterstützung gebeten“, heißt es auf Anfrage der Wasserburger Zeitung in einer Stellungnahme des Landratsamtes Rosenheim.

Die Behörde bestätigt, dass mehrere Schüler zweier sechster Klassen kurz vor den Weihnachtsferien über Juckreiz und Hautausschlag geklagt haben. Vertreter des Gesundheitsamtes seien vor Ort gewesen, hätten mit Schülern und Schulleitung gesprochen. „Da es keine atemwegsallergischen Reaktionen gegeben und sich der Ausschlag nach dem Duschen verbessert hat, gehen wir davon aus, dass die Schüler über die Haut mit einer noch unbekannten Substanz in Kontakt gekommen sind, die zu diesen Symptomen geführt hat“, so die Pressesprecherin des Landratsamtes, Ina Krug.

Die Schule hatte beim ersten Vorfall kurz vor den Weihnachtsferien sofort einen Arzt eingeschaltet, der den Ausschlag als nicht problematisch oder ansteckend diagnostiziert habe, berichten Mayerhofer und Rektorin Maria Albert.

Warten auf Ergebnis des Allergietests

Bis zur Klärung der Ursache wurde das betroffene Klassenzimmer vor den Ferien als Sofortmaßnahme vorsorglich gesperrt. Es sei regelmäßig stoßgelüftet worden. Nach den Weihnachtsferien klagte eine Schülerin jedoch in einem benachbarten Raum erneut über Juckreiz, bestätigt die Schulleiterin. Die Mutter sei mit dem Mädchen zum Hautarzt gegangen, der einen Allergietest gemacht habe. Davon erwarten sich Schule, Stadt und Gesundheitsamt weitere Erkenntnisse. Die Rektorin hat die Eltern vor Weihnachten in einem Brief informiert. Die Ursachenforschung geht derweil weiter. Maria Albert steht im engen Kontakt mit dem Gesundheitsamt. Dieses werde eventuell noch Messungen durchführen. „Wir nehmen die Sache ernst und prüfen schrittweise alle möglichen Ursachen“, sagt Mayerhofer. Er geht jedoch ebenso wie die Rektorin nach dem jetzigen Stand der Dinge nicht davon aus, dass die Ursache im Gebäude zu finden ist.

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