„Entscheidend für die Zukunft dieser Kinder“

von Redaktion

Neues heilpädagogisches Betreuungsangebot an den Grundschulen Reitmehring und Am Gries

Wasserburg – Zu einem wahren „Marathon der Eröffnungen“, wie es Bürgermeister Michael Kölbl nannte, hatte die Stadt Wasserburg am vergangenen Freitag eingeladen. Gleich mehrere Investitionen wurden der Öffentlichkeit vorgestellt. Zwar nicht die teuerste, aber wohl die mit der größten Besonderheit: Die Grundschulen Reitmehring und Am Gries haben nun ein heilpädagogisches Angebot.

Stadt schafft
Container an

Für jeweils etwa 170.000 Euro wurden dafür extra von der Stadt Container angeschafft. In Zukunft werden in diesen Räumlichkeiten – ausgestattet mit einem Gruppenraum, einer Küche und einem Essraum – Kinder, die vom Kreisjugendamt einen besonderen Betreuungsbedarf zugesprochen bekamen, nach der Schule betreut.

Schwierigkeiten auf der emotional-sozialen Ebene

„Es handelt sich vor allem um Kinder, die auf der emotional-sozialen Ebene Schwierigkeiten haben“, so Kathrin Rothbächer von der Diakonie Rosenheim, die zukünftig für das heilpädagogische Angebot zuständig sein wird. Oft seien es neurodivergente Kinder, unter anderem mit den Diagnosen ADS oder ADHS, also Aufmerksamkeitsdefizit- beziehungsweise Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, oder auch Autismus.

Bei manchen Kindern sei aber auch wegen der Situation im Elternhaus eine weiterführende Betreuung, etwa als Erziehungshilfe, angezeigt.

Das Besondere: Anders als in allgemeinen heilpädagogischen Tagesstätten gehen alle Kinder, die hier betreut werden, auch in die Grundschulen nebenan, so Rothbächer. Die Kinder können also zunächst im Unterricht durch Fachpersonal begleitet werden. Nach der Schule wechseln sie rüber in die Räumlichkeiten des heilpädagogischen Angebots. Wichtig dabei: eine feste Struktur. Um Punkt 13.10 Uhr, also genau nach Schulschluss, geht es deshalb erst einmal mit einem frisch zubereiteten gemeinsamen Mittagessen los. Anschließend gibt es Hausaufgabenbetreuung und Begleitung in Gruppen oder auch individuell. Je nach Bedürfnissen. Um 16.30 Uhr gehen die Kinder nach Hause.

Das Angebot, betont Rothbächer, sei im Landkreis fast einzigartig. Nur die Grundschule in Halfing habe eine solche heilpädagogische Einrichtung. Dabei werde der Bedarf immer größer, wie auch die Rektorinnen der Wasserburger Grundschulen Helga Block und Sabine Obermaier-Tanner betonen. Schon jetzt seien die Plätze gut gefüllt. „In Zukunft wird nicht die Frage sein, ob wir die Plätze voll kriegen, sondern wer das Glück hat, einen zu ergattern“, ist Block überzeugt.

Beide Rektorinnen zeigen sich hocherfreut über das neue Angebot. „Es ist ein Versprechen an die Kinder. Ein Versprechen, dass wir sie sehen, wie sie sind“, sagt Block.

Nicht immer, erklärt auch Rektorin Obermaier, sei Schule allein ein erfolgreiches Modell. „Hier haben wir ein Angebot, das meiner Meinung nach lebensentscheidend für die Zukunft dieser Kinder sein kann.“

Auch Bürgermeister Kölbl betonte bei der Einweihung, wie wichtig dieses Angebot sei. „Bildung ist unser wichtigster Rohstoff und hiermit wird vielen Kindern Bildung ermöglicht und sie werden in das System eingebunden.“

PV für Schule und Tagesstätte

Containerauch für Kinderkrippe

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