Berlin – In der Neujahrsnacht ist es wieder zu Übergriffen auf Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr gekommen. In Berlin zählte die Feuerwehr zwar weniger Einsätze als in der Silvesternacht des Vorjahrs – unverändert sei aber die Aggressivität gegenüber Helfern gewesen: Laut Feuerwehr gab es in der Hauptstadt 49 Übergriffe, 33 davon mit Pyrotechnik. Ein Feuerwehrmann erlitt dabei ein Knalltrauma und kam in eine Spezialklinik.
Polizisten in Dortmund wurden mit einer Silvesterrakete beschossen und mit Flaschen beworfen. Zu den Angriffen kam es nahe der Innenstadt aus einer Personengruppe heraus, wie die Polizei am frühen Morgen mitteilte. Verletzt wurde hier niemand. Der Mann, der die Rakete geschossen hatte, wurde in Gewahrsam genommen. In Mannheim wurden Polizisten aus einer Gruppe heraus angegriffen.
Bei Löscharbeiten wurde in Frankfurt (Oder) ein Feuerwehrmann attackiert: Als ihm ein Mann gegen den Kopf schlug, erlitt er eine Platzwunde, wie die Polizei mitteilte. Eine Gruppe von Jugendlichen hatte ein Feuerwerk gezündet, dabei war eine Wiese in Brand geraten. Bei dem Einsatz soll der Tatverdächtige die Löschkräfte an ihrer Arbeit gehindert haben. Auch der Feststellung seiner Personalien habe er sich widersetzt.
Eine Polizistin wurde nach einem Verkehrsunfall in Rheinland-Pfalz von einer 18 Jahre alten Fahranfängerin in den Finger gebissen. Die stark alkoholisierte Frau war kurz vor Mitternacht in Bendorf mit ihrem Wagen von der Fahrbahn abgekommen und mit mehreren geparkten Fahrzeugen zusammengestoßen. Die Frau versuchte zunächst von der Unfallstelle zu flüchten, konnte jedoch in der Nähe angetroffen und in ein Krankenhaus gebracht werden.
Ebenfalls in Rheinland-Pfalz schlugen in der Silvesternacht mehrere Männer einen Mann zusammen, der einen Streit in ihrer Gruppe schlichten wollte. Der Anwohner in Freinsheim sah von seinem Balkon aus die Auseinandersetzung und lief nach Polizeiangaben zusammen mit seiner Frau auf die Straße. Dort wurde er von drei oder vier Männern zunächst verbal angegangen und dann mit einem Baseballschläger attackiert. Auch als er schon am Boden lag, schlugen die jungen Männer weiter auf ihn ein. Anschließend konnten sie flüchten.
In Hamburg wurden Rettungskräfte behindert, als sie einem 20-Jährigen helfen wollten. Die Einsatzkräfte blieben zunächst im Fahrzeug sitzen, weil sie am Barmbeker Markt mit Gegenständen beworfen und beleidigt wurden. Nachdem die Polizei die Lage beruhigen konnte, wurde eine verletzte Person mit Messerstich im Rücken von einem Notarzt versorgt und ins Krankenhaus gebracht.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte angesichts einer Zunahme von Angriffen vorab Respekt gegenüber den Einsatzkräften gefordert. „Polizei und Rettungskräfte sind auch Silvester für Euch da. Lasst Sie Ihre Arbeit machen und greift Sie nicht an. Sie sind für Euch da“, ermahnte GdP-Bundeschef Oliver Malchow über Twitter.
Millionen Menschen in Deutschland haben aber friedlich ins Jahr 2019 gefeiert. Hunderttausende kamen in Berlin zur Party am Brandenburger Tor, wo ab Mitternacht der Himmel minutenlang von Feuerwerk strahlend erleuchtet war. Vielerorts waren Feuerwehr und Polizei im Dauereinsatz. Unfälle mit teils selbst gebastelten Böllern sorgten in mehreren Fällen für lebensbedrohliche Verletzungen.
Nach einer Silvesternacht mit vielen Bränden, Verkehrsunfällen und Toten hat die Feuerwehr in Polen ihren Landsleuten ins Gewissen geredet. „Das war eine außergewöhnlich tragische, unruhige Nacht“, sagte der Sprecher der staatlichen Feuerwehr. Fünf Menschen seien durch Brände gestorben, neun durch Verkehrsunfälle. Auch in Oberösterreich wurde ein 17-Jähriger beim Silvesterfeuerwerk durch eine sogenannte Kugelbombe getötet, in den Niederlanden starben zwei Menschen wohl durch Silvesterböller.
In Spanien hat ein kleines Dorf den Jahresbeginn eigenmächtig vorgezogen. In Villar de Corneja knallten die Korken schon um zwölf Uhr mittags. Die 37 Bewohner haben ein hohes Durchschnittsalter und wollten an Silvester um Mitternacht im Bett sein. Mit einem Weltrekordversuch zum Jahreswechsel hat ein Hotel auf den Philippinen ein PR-Desaster erlebt. Am Silvesterabend sollten in einem seiner Nachtclubs 130 000 Luftballons auf die Gäste niedergehen. Umweltschützer protestierten, die Regierung warnte vor den großen Mengen an Kunststoffmüll. Das Hotel sagte die Aktion ab.