Kabeltronik-Chef Oliver Heberling und sein Team liefern in die ganze Welt.
Martelleria schafft Kunstwerke aus Blech. Hier ein „explodierender“ BMW 507 für einen Sammler. © Martelleria
Forstern/Denkendorf – Herausragende Mittelständler, die für den Erfolg des bayerischen Außenhandels stehen: Gestern Abend hat Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) den 18. bayerischen Exportpreis verliehen. Wir stellen die Preisträger vor.
Martelleria
Die Wildspitzbahn im Zillertal, die Trias-Brücke zwischen BMW-Welt und Vierzylinder-Turm in München und die Restauration von Elvis´ legendärem BMW 507: Die Blechmanufaktur Martelleria hat in über 30 Jahren mehr als 500 Projekte umgesetzt. Dafür ist sie nun mit dem Exportpreis in der Kategorie „Handwerk“ geehrt worden: „Der Preisträger hat sein Handwerk als Karosseriebauer begonnen und im Laufe der Zeit ein hochspezialisiertes gestalterisches Verständnis in innovative Metallformgebung übersetzt“, heißt es seitens der Jury. „Seiner Bandbreite der Wiederbelebung von Automobilen scheinen keine Grenzen gesetzt.“ Denn das Restaurieren von Oldtimern ist das Kerngeschäft des Betriebs aus dem Landkreis Erding: „Wir gestalten aber auch Fassaden und Skulpturen“, erklärte Betriebsleiter Lukas Effenberger. Besonders bemerkenswert: „Wir haben erst 2024 eine Skulptur aus Originalteilen eines BMW 507 geschaffen“, erklärt Effenberger. „Die hängt jetzt über der Sammlung eines kalifornischen Autoliebhabers.“ Was den Manufaktur-Betrieb so besonders macht? „Wir haben eine irrsinnige Leidenschaft für Blech und alles, was man daraus schaffen kann“, erklärt Effenberger. Martelleria wurde 1994 von Martin Deggelmann am Bodensee gegründet, welcher bis heute der Geschäftsführer ist. 2009 zog die Firma dann nach Forstern.
Kabeltronik
Auch kleine Betriebe können international wettbewerbsfähig sein. Das zeigt die Firma Kabeltronik Arthur Volland GmbH aus dem Altmühltal. Mit nur 12 Mitarbeitern beliefert sie Kunden in den USA, Singapur, Vietnam, China und Neuseeland. Für ihren Erfolg im Außenhandel sind sie mit dem Exportpreis in der Kategorie „Handel“ geehrt worden. Die Ware: Hochleistungskabel: „Wir haben rund 2500 Kabeltypen auf Lager und können sie in der Regel noch am Tag der Bestellung in den Versand geben“, erklärt Geschäftsführer Oliver Heberling. „Unsere Produkte landen zum Beispiel in Industrieanlagen, der Luft- und Raumfahrt oder in zivilen Drohnen sowie in medizinischen Trainings- und Simulationssystemen“, so Heberling. Er sieht Kabeltronik als zentralen Ansprechpartner, der Fachwissen und Beschaffung für alle Kabeltypen anbietet: „Neben unserem umfangreichen Lagersortiment bieten wir auch Sonderlösungen exakt nach Kundenspezifikation an“, so der Geschäftsführer. Ein Drittel seiner Kunden hat Kabeltronik im Ausland. Aber wie setzt man sich als mittelständischer Betrieb am Markt durch? „Tradition gehört zu Innovation. Wir leben die Werte Präzision und Innovation, das wird international sehr geschätzt“, erklärt Oliver Heberling. „Bei uns kann man sich sicher sein, dass die Kabel auch über Jahre hinweg in identischer Ausführung geliefert werden – mit gleichbleibender Optik, Haptik, Abmessung sowie konstanten elektrischen und technischen Eigenschaften.“ Wichtig ist in seinen Augen die individuelle Betreuung: „Wir lassen keinen unserer Kunden mit seinen Anforderungen und den Produkten allein. Und wir nehmen auch Aufträge für kleinere Stückzahlen an, wo andere vielleicht sagen: Das lohnt sich nicht.“
Weitere Ehrungen
Die anderen Preise gingen an Buhmann Systeme (Industrie), Bühnenplanung Walter Kottke (Dienstleistung) und Brauerei-Gasthof Kundmüller (Genussland).MAS