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Rauschbergbahn wird neu gebaut

von Redaktion

Inzell – Die Rauschbergbahn soll neu gebaut werden und am Gipfel ein neues Restaurant entstehen. Rund 17 Millionen will man investieren, so Geschäftsführer Roland Schnaitmann, der die Pläne dem Gemeinderat vorstellte. Baubeginn soll im März 2019 sein. Die Luftseilbahn auf den Rauschberg wurde im Dezember 1953 in Betrieb genommen. Sie verläuft von der Talstation (722 Höhenmeter) zu der auf 1645 Metern gelegenen Bergstation. Die Gesamtlänge der Bahn beträgt 1650 Meter, und es dauert sechs Minuten vom Tal bis auf den Berg. „65 Jahre sind eine lange Zeit und irgendwann ist eine solche Bahn nicht mehr zeitgemäß“, meinte Schnaitmann. Mit ein Grund für einen Neubau seien die langen Wartezeiten. „Man kann es einfach nicht verantworten, wenn die Leute bis zu zweieinhalb Stunden warten müssen, um in die Gondel einzusteigen“, so der Geschäftsführer. Vieles genüge nicht mehr den heutigen technischen Standard. Wegen des Brandschutzes sei in der Bergstation der Ein- und Ausstieg in die Kabinen umständlich und zeitraubend. Die Stationsgebäude seien nicht barrierefrei und bedürfen einer grundlegenden Sanierung. An Tagen mit hohem Besucheraufkommen sei man den immer höheren Fahrgastzahlen nicht mehr gewachsen. Der Betrieb sei bei Föhn-Wetter nur eingeschränkt möglich, da dann der Wind senkrecht zur Fahrtrichtung blase. Ein sicherer Betrieb sei aber nur bei sehr geringen Windgeschwindigkeiten möglich. Wegen des Risikos, dass dann nicht alle Gäste zurück ins Tal befördert werden können, bleibe der Betrieb an Föhn-Tagen oft morgens schon geschlossen. Auch ein Grund für einen Neubau seien die hohen Instandhaltungskosten mit einem Aufwand bis zum Jahr 2020 von eineinhalb Millionen Euro. Die neue Pendelbahn soll 7,2 Millionen Euro kosten; die Talstation ist mit 1,2 Millionen veranschlagt – mitsamt dem neuen Bergrestaurant belaufen sich die Kosten auf 17 Millionen. Wegen dem steilen Gelände kann keine Umlaufbahn gebaut werden. Zur Zeit passen 20 Personen in die Gondel, künftig sollen die Kabinen Platz für 55 Leute bieten. Das bedeutet dann eine Transportkapazität von 400 bis 450 Personen pro Stunde gegenüber 120 derzeit. Ein Doppeltragseilsoll mehr Stabilität bei der Fahrt nach oben und unten bringen. Statt bei bisher 60 km/h Wind kann dann bis zu einer Windstärke von 100 km/h noch gefahren werden. Eine Gastronomie mit rund 300 Plätzen allein im Inneren (doppelt so viele wie jetzt) und einer Panoramaterrasse wird direkt an die Bergstation der Bahn gebaut. Mit Eigenmitteln aus Gesellschafterdarlehen, Zuschüssen aus Förderprogrammen und einer Fremdfinanzierung soll der Neubau der Rauschbergbahn auf gesunde Beine gestellt werden. Gespräche mit Banken und der Gemeinde Ruhpolding seien bereits geführt, ebenso wie mit Investoren wie der Brauerei Wieninger. Zudem hätten verschiedene lokale Firmen ihr Interesse angemeldet. Eine Mindestförderung von 4,5 Millionen Euro steht in Aussicht. 2016 wurde der Holzgeisterweg für über 250 000 Euro mit den Bayerischen Staatsforsten investiert, und auch die Rauschbergweihnacht wird sehr gut angenommen. Auch hier gebe es Kapazitätsschwierigkeiten, die Leute nach oben zu befördern. Schnaitmann fragte an, ob es für die Gemeinde vorstellbar ist, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Darüber wollte Bürgermeister Hans Egger jedoch lieber in der nichtöffentlichen Sitzung sprechen. Peter Spannring (Bürger für Inzell) erkundigte sich nach der Zufahrt für die Bauarbeiten. Die Baustraße soll laut Schnaitmann über die Kienbergabfahrt erfolgen. Absprachen mit den zuständigen Behörden und Grundstückseigentümern seien bereits getroffen. Maier Markus (CSU) wollte die genauen Betriebszeiten wissen, worauf Schnaitmann darauf hinwies, dass auch Abendveranstaltungen abgehalten werden sollen. Es gibt auch eine Nachtfahrtgenehmigung bei Veranstaltungen. wet

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